Hund "wehrt" sich

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Smilla+Finn
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Re: Hund "wehrt" sich

Beitrag von Smilla+Finn » Fr 8. Okt 2010, 22:09

In Berlin würde das aber manchmal fast dauerhaft Leinenzwang bedeuten.
Zumindest bei mir wohnen extrem viele Hunde (Marzahn - Plattenbau). Rüden und Hündinnen, kastriert und unkastrierte.
Da sich leider die Hündinnen zumindest bei mir im Umkreis nicht mehr an Frühjahr und Herbst halten mit ihren Läufigkeiten, sind hier eigentlich immer mehrere Hündinnen gleichzeitig läufig.
Mit solch einem "geilen" Rüden müsste man hier entweder immer weit weg durch die Pampa latschen (leider dann auch ohne groß Kontakte zu Artgenossen) oder halt 5 Meter Flexi.
Selbes Problem hat man leider auch mit unkastrierter läufiger Hündin. Viele unkastrierte Rüden, zum Teil völlig unerzogen und leider Leinenlos im Park.
Dieses Problem hat man aber hier zum Glück nur 2 x jährlich (i.a.R.) für ca. 3 Wochen. Für diese Zeit ist ein Ausweichen schonmal möglich.

Mein kleiner Rüde ist ja nun auch ein Kastrat und ich denke mal das ihm das schon das ein oder andere Mal davor bewahrt hat von größeren Rüden vermöbelt zu werden.
Er ist sehr unsicher und pöbelt daher gerne schon mal prophylaktisch zuerst wenn ihn fremde Rüden ansteuern. Wenn er merkt der andere frisst ihn nicht, beruhigt er sich sehr schnell wieder und kommt mit besagten Rüden auch gut klar.
Denke aber mal der ein oder andere Rüde hätte ihn für solch ein Verhalten sicher das ein oder andere Mal Maß genommen.
Mit ihm kommen auch viele sonst mit Rüden eher unverträgliche Rüden sehr gut zurecht. Trotz seines manchmal etwas pöbelnden Verhaltens.
Bei tollen Hündinnen hopsen übrigens auch bei ihm noch die Hormone und er bekommt Herzchen in den Augen, trotz Kastration. :herat

Zumindest für ihn war die Kastration die beste Entscheidung. Wobei eine gute Erziehung trotz allem gerade bei ihm einem JRT - Mix absolut unerlässlich war.
http://airedale-terrier.cms4people.de/index.html

Uschi

Re: Hund "wehrt" sich

Beitrag von Uschi » Fr 8. Okt 2010, 22:16

Hallo,
Smilla+Finn hat geschrieben:Selbes Problem hat man leider auch mit unkastrierter läufiger Hündin. Viele unkastrierte Rüden, zum Teil völlig unerzogen und leider Leinenlos im Park.
Ich sehe das nicht als Problem. Auf unserer Abendrunde treffen sich alle Hunde aus der Gegend. Ich erwarte von den Rüdenbesitzern nicht, dass sie ihre Hunde generell an die Leine nehmen weil Wijnta gerade läufig ist.

In der Zeit gehe ich eben dann wirklich weit raus und wir sind dann allein. Oder ich gehe zu einer Zeit, wenn die anderen noch nicht da sind, oder schon wieder fort. Begegnet uns unerwartet doch mal einer, muss ich halt schauen, dass ich Land gewinne.

Das ist doch nicht schlimm für die kurze Zeit.


Viele Grüße
Uschi

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Smilla+Finn
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Re: Hund "wehrt" sich

Beitrag von Smilla+Finn » Fr 8. Okt 2010, 22:23

Ja aber wenn einem besagte Rüden dann über Kilometer folgen und man sie praktisch noch mit nach Hause nehmen muss ist das nicht so super.
Natürlich vermeide auch ich mit läufiger Hündin sehr hundereiche Gegenden (das ist hier sehr schwer), aber jeglicher Kontakt lässt sich leider nicht vermeiden und wenn RüdenHalter dann sein Tier nicht abrufen kann ist das schon immer wieder Scheiße. Vor allem auch wenn weit und breit kein Halter zu sehen ist und man mit besagter läufiger Hündin und 50kg Rottweiler allein auf weiter Flur ist.

"In der Zeit gehe ich eben dann wirklich weit raus und wir sind dann allein. Oder ich gehe zu einer Zeit, wenn die anderen noch nicht da sind, oder schon wieder fort. "

Ist hier leider kaum möglich. Hier ist der Hundebesatz sehr dicht. Was einerseits sehr schön ist aber zur Läufigkeit schon ungemein nerven kann.
http://airedale-terrier.cms4people.de/index.html

Uschi

Re: Hund "wehrt" sich

Beitrag von Uschi » Fr 8. Okt 2010, 22:40

Ich meinte WEIT raus.

Ist auch hier nur mit dem Auto möglich. Und auch mir ist ein herrenloser Rüde mitten im einsamen Wald erschienen, an dem meine Hündin große Freude hatte und in den sie sich stehenden Fußes verliebt hat.

Das passiert doch aber nicht andauernd.

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Barica
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Re: Hund "wehrt" sich

Beitrag von Barica » Sa 9. Okt 2010, 00:00

Smilla+Finn hat geschrieben:In Berlin würde das aber manchmal fast dauerhaft Leinenzwang bedeuten.
Ich wohne in keiner Großstadt, eher ländlich, trotzdem gilt hier dauerhaft Leinenzwang. Wie ist das in Berlin?
Smilla +Finn hat geschrieben:Da sich leider die Hündinnen zumindest bei mir im Umkreis nicht mehr an Frühjahr und Herbst halten mit ihren Läufigkeiten, sind hier eigentlich immer mehrere Hündinnen gleichzeitig läufig.
Warum sollten die Hündinnen sich an Zeiten halten?
Smilla+Finn hat geschrieben: aber jeglicher Kontakt lässt sich leider nicht vermeiden und wenn RüdenHalter dann sein Tier nicht abrufen kann ist das schon immer wieder Scheiße. Vor allem auch wenn weit und breit kein Halter zu sehen ist und man mit besagter läufiger Hündin und 50kg Rottweiler allein auf weiter Flur ist.
Ja, das ist lästig. Da kann eine (Ersatz)- Leine hilfreich sein. Rotti wurde damit an den nächsten Baum geschnürt und später wieder befreit, nachdem die Standhitze- Dame zuhause war.
Da habe ich so garkeine Probleme, dazwischenzugehen.
Die Hunde wollen sich ja nicht töten, die wollen sich paaren.

Sorry, ich bin gerade etwas angekratzt... :dog_wacko
Das liegt wohl am letzten Beiß- Vorfall mit der Hormon- gechippten Schäferhündin... Und dem Vorigen mit der Hormon- gechippten Weimaraner Jagdhündin.Da ging es um zielgerichtetes Beißen/ wenn nicht sogar töten.
Da komme ich mit Kastration bzgl. Erziehung nicht klar.
Kastration gehört für mich in die Rubrik "Gesundheit/ Krankheit". Es taucht aber immer wieder in der "Erziehung" auf...

LG,
Barbara mit Angel
Zuletzt geändert von Barica am Sa 9. Okt 2010, 00:04, insgesamt 1-mal geändert.

Uschi

Re: Hund "wehrt" sich

Beitrag von Uschi » Sa 9. Okt 2010, 00:03

Barica hat geschrieben:Hormon- gechippten Schäferhündin.
Hallo Barbara,

was ist das? Chipt man auch Hündinnen?


Liebe Grüße
Uschi

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Barica
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Re: Hund "wehrt" sich

Beitrag von Barica » Sa 9. Okt 2010, 00:30

Hi Uschi,

was ist das? Chipt man auch Hündinnen?
ja, klar!

Ich bin da nicht auf dem aktuellen Stand...., soweit ich weiß, ist der Zeitpunkt des Chippens gesetzlich an bestimmte "Hormonzustandsbestimmungen" bei der Hündin gebunden, und das ist eher etwas kompliziert. Die tierärztliche Vorgabe ist anders als bei einem Rüden,da ist dies lockerer.

Hier werden ganz viele Hündinnen Hormon- gechippt., in letzter Zeit, scheint Mode zu sein....

Huhuuuu, Eddi, vielleicht kannst Du die Bestimmungen erklären? ...Ich kapiere dies auch nicht wirklich.

LG,
Barbara mit Angel

Uschi

Re: Hund "wehrt" sich

Beitrag von Uschi » Sa 9. Okt 2010, 00:34

Hallo Barbara,

also man kastriert auch Hündinnen chemisch?

Diese Mode ist noch nicht bis zu uns vorgedrungen. So ein Glück.

Hier hats nur chemisch kastrierte Rüden (was ich genauso schlimm finde). Z.B. 1,5 Jahre alter Soft-Coated Rüde. Er soll ruhiger werden :dog_ohmy Warum dann ausgerechnet ein Terrier ins Haus musste, wenn man mit dem Terrier-Temperament nicht zurande kommt?????? Dabei ist er ein lieber, aufgeweckter Kerl, an dessen Lebhaftigkeit man sich nur freuen könnte.


LG
Uschi

Sparta

Re: Hund "wehrt" sich

Beitrag von Sparta » Sa 9. Okt 2010, 01:21

Barica hat geschrieben:
Sparta hat geschrieben:Klar. Wenn mein Hund aufgrund seiner Geilheit ne Kehrtwendung machte und in die andere Richtung lief, während ich gegen eine Wand redete. Da stießen meine Möglichkeiten der Erziehung an ihre Grenzen.
Hilft da nicht auch mal eine Leine?
Sparta hat geschrieben: Agressiv sind unsere Hunde übrigens nie; wenn sie aufgeritten werden, wehren sie sich.
Diese Beobachtung mit dem Aufreiten kommt mir immer sehr Gretchen- mäßig vor. Ich denke, das meiste an "Spiel" zwischen Hunden ist bestimmt von Gesten aus Dominanz und Unterwerfung. Nur läuft das alles mit sehr viel subtileren Signalen ab, die wir Menschen meist wohl nicht gut "lesen" können.
Beim Aufreiten schreien dann immer alle: "DAS ist dominant!" ...Hurra, wir haben eine Geste interpretieren können, Klasse...
Meine Hündin reitet ganz gerne mal auf, sie weiß genau, bei wem sie das machen kann. Die souveränen Rüden wehren sich nicht gegen sie, die lachen bloß über das Theater... :dog_wink
Die oben zitierten Grenzen bestehen auch im Hinblick auf meine Reaktionsfähigkeit. Du als Hundeflüsterin spürst natürlich vorher, was passiert, aber diese Fähigkeit ist mir leider nicht gegeben.

Auch wieder schön diese Vermenschlichung von Hunden nach dem Motto: Der Klügere gibt nach. Da scheinen ja unsere im Laufe der Zeit immer weniger souverän geworden zu sein. Haben Sie früher das Aufreiten meistens hingenommen, tut Levi das heute nie und Jonatan in den seltensten Fällen. Und nach Lachen sah das früher auch nicht aus. Aber nun gut, ich bin ja auch kein Hundeflüsterer.

Und noch ein paar Worte zur Leine. Smilla hat absolut recht. Aber wahrscheinlich ist es schwer, Nicht-Berlinern zu vermittleln, wie viele Hunde es hier gibt. Mal schnell "weit rausfahren", um ohne Hunde zu sein, funktioniert in einer Stadt mit diesen Dimensionen nicht. Ich halte mich oft in Hundeauslaufgebieten auf, wo man ruhigen Gewissens den Hund von der Leine lassen kann. Und ich hätte keine Lust, den Hund permanent an- und ableinen zu müssen, nur weil die Gefahr besteht, dass er abhaut. Kann mir vorstellen, dass das der Hund auch icht so toll findet.

Gretchen

Eddi

Re: Hund "wehrt" sich

Beitrag von Eddi » Sa 9. Okt 2010, 13:26

Hallo Barbara,

eigentlich hatte ich nicht vor, mich unter diesem Topic weiter mit diesr unseeligen Diskussion zu befassen, aber die Frage soll ja nicht unbeantwortet bleiben.
Chipt man auch Hündinnen?
ja, klar!...., soweit ich weiß, ist der Zeitpunkt des Chippens gesetzlich an bestimmte "Hormonzustandsbestimmungen" bei der Hündin gebunden, und das ist eher etwas kompliziert. Die tierärztliche Vorgabe ist anders als bei einem Rüden,da ist dies lockerer.
Hier werden ganz viele Hündinnen Hormon- gechippt., in letzter Zeit, scheint Mode zu sein....Huhuuuu, Eddi, vielleicht kannst Du die Bestimmungen erklären? ...Ich kapiere dies auch nicht wirklich.
nee!
Bin ich entweder nicht auf dem Laufenden oder da gibt es Fehlinformatioen.
Den Chip für Rüden kenne ich. Für Hündinnen ist mir nichts bekannt.
allerdings halte ich sehr wenig - außer in zeitlich begrenzten Ausnhamen - von einer längerfristigen hormonellen Unterdrückung. Die Nebenwirkungen gerade bei der Hündin sind enorm. Ich denke, hier und da mag es Gründe geben, die Hünding oder auch den Rüden vorübergehend sexuell inaktiv zu machen. Aber als Dauerlösung halte ich nur das böse K-Wort für angebracht, solange es um hormonell begründete Indikationen geht.
Auch darum interessieren mich die Neuerungen auf diesem Gebieet nur am Rande, Werbung der Pharmafuzzis landet eh ungeöffnet in der blauen großen Ablage, soweit sie es noch nicht geschafft haben, mich aus ihrem Verteiler heraus zu nehmen. Meine Zeit ist echt zu schade, um die teuren Hochglanzselbstbelobigungen zu lesen. Wichtige Dinge werfen einem die davon unglaublich begeisterten Außendienstler eh hin, wie leckere Knochen. Vielleicht war der entsprechende noch nicht bei mir.
Daß es gesetzliche Regelungen dafür geben soll, wäre mir neu. Aber sicher gibt es Zeitpunkte im hormonellen Zyklus der Hündin, die ein Eingreifen mittels Hormonpräparaten unter medzinischen Aspekten unmöglich machen, weil sie entweder den Zyklus gar nicht mehr zu beeinflussen vermögen oder wegen der Nebenwirkungen dann kontraindiziert sind.

Ich horche mal nach, ob es tatsächlich eine Chip-Lösung bei den Mädels gibt.

LG
Eddi
in der Frage eher der entweder-oder-Typ :dog_wink

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