Hund entlaufen - was tun?

aktuelle Meldungen - endlich zuhause angekommen....
Freddy

Hund entlaufen - was tun?

Beitrag von Freddy » Sa 8. Jan 2011, 13:56

Hallo Airedalefreunde,

ich stelle hier mal die Checkliste "Hund entlaufen" als neues Thema ein damit diese Informationen im Falle eines Falles schneller gefunden werden können:


Was kann man „vorher“ tun?

- Tier kennzeichnen lassen (Chip) und diese Kennzeichnung auch registrieren lassen bei den einschlägigen Organisationen. TASSO, Deutsches Haustierregister, Petmaxx
- Ein Halsband zum Anleinen verwenden, aus dem der Hund sich nicht befreien kann, wenn er an der Leine rückwärts springt. Vielleicht auch eines in Jagdhundoptik und mit der eigenen Telefonnummer.
- Geruchsartikel vom Hund nehmen und einfrieren.




Sofortmaßnahmen:

- Bei der Absuche des Gebiets nicht nur die Richtung berücksichtigen in welcher der Hund verschwunden ist. Wenn möglich kreisförmig absuchen. Manchmal „umgehen“ die Hunde ihre Menschen und werden dann nicht weit von der Entlaufstelle in entgegengesetzter Richtung aufgefunden.

- Hundedecke, Kleidungsstück o.ä. an der Abgangsstelle liegen lassen, vielleicht findet sich der Hund während der Suche ein.

- Wenn möglich Förster und oder Jäger informieren, damit der Hund nicht als wildernd erschossen wird. Es gibt auch nette hilfsbereite Jäger oder Förster die sich sogar an der Suche beteiligen.





Ewas später, nach dem Entlaufen (unter Angabe einer Rückrufnummer, unter der man immer erreichbar ist) möglichst schnell verständigen:

- die örtliche Polzeidienststelle (evt. auch Autobahnpolizei oder Bahnpolizei informieren)
- die umliegenden Tierheime
- die umliegenden Tierärzte

- Suchplakate mit Foto und Beschreibung des Hundes drucken und aushängen.
- Falls man nicht schon vorher getan hat: Geruchsartikel (Halsband Haarbürste oä.)nehmen und eintüten.

- Obengenannte Meldedienste wie Tasso usw. informieren

- Bauhöfe, Strassenmeistereien, Ordnungsämter der Städte und Tierkliniken abarbeiten. Sind Unfälle gemeldet oder Tiere eingeliefert worden? Rufnummer zwecks Rückruf hinterlassen.

- Gemeldete Sichtungen mit genauer Orts- und Zeitangabe evt. Laufrichtung des Hundes festhalten...in Karte oder Google-Maps eintragen.

- Am zweiten, dritten Tag des Verschwindens, Lokalradiosender und regionale Zeitungen informieren.

Jetzt wird es auch langsam Zeit Suchhunde (Pettrailer) anzufordern. Z.B. über http://www.hundentlaufen.de

Vielleicht später auch noch Tierheime, Tierschutzvereine ec. persönlich anfahren, im Trubel kann schon mal ein Tier ohne böse Absicht „übersehen“ werden.

LG
Freddy

PS: Änderungen, Ergänzungen usw. können wir hier immer noch berücksichtigen.
Zuletzt geändert von Freddy am Mi 1. Jun 2011, 23:10, insgesamt 6-mal geändert.
Grund: Wichtige Stellen optisch hervorgehoben

Freddy

Re: Hund entlaufen - was tun?

Beitrag von Freddy » So 22. Mai 2011, 15:53

Hallo zusammen,

aufgrund eines aktuellen Falles habe ich oben noch "Sofortmaßnahmen" eingefügt. Zwei Hunde waren über 5 Stunden verschwunden und wurden unweit der Abgansstelle von einem Jäger aufgegriffen. Die Hundehalter hatten die Hunde in der Abgangsrichtung vermutet und überwiegend diese abgesucht.

In der Hoffnung das Eure Hunde niemals gesucht werden müssen...

LG
Freddy

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Nala
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Re: Hund entlaufen - was tun?

Beitrag von Nala » So 5. Mai 2013, 14:49

Leider musste ich vor einigen Wochen diese schreckliche Erfahrung machen, wobei mein Hund durch Halsband entschlüpft ist. Nun hat er konsequent eine doppelte Sicherung, ausbruchsicheres Geschirr (zweiter Bauchgurt, maßangefertiges Geschirr) und auch eine Sicherheitsschleppleine (zwei Karabiner). Er ist auf der Autobahn angefahren worden, zum Glück hat der Fahrer angehalten und die Tiernotrettung wurde gleich gerufen. Die Autobahnpolizei war sehr unterstützend und hat uns sehr geholfen bei der Suche, leider waren zeitgleich zwei Hunde weggelaufen, so dass man nicht genau wusste, ob der gesichtete Hund nun der eigene ist. Radiosender hatte ich gleich informiert, auch Tierheim etc. Unsere Haustür habe ich offen gelassen und Nachbarn gebeten, zu warten - leider kam er ja nicht zurück, er ist direkt vor der Haustür weggelaufen und in 3 km Entfernung ist schon die Autobahnauffahrt...Garten ist nun noch stärker gesichert gegen einen Ausbruch (Unterbuddelschutz etc.). Die von euch gelisteten Maßnahmen sind alle sehr hilfreich, nur den Radiosender würde ich direkt informieren und auch im Ort Nachbarn in die Suche einbeziehen.




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Emma
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Der absolute Horror...

Beitrag von Emma » So 27. Apr 2014, 17:33

In den letzten Monaten hat sich Emma sehr gut gemacht, blieb immer in Sichtweite und ich konnte sie im Unterholz rumstromern lassen.
Letzten Sonntag um 18.00 Uhr los geht´s, die große Runde mit Emma. Über die Autobahnbrücke durch die Felder...alles ist gut. Wir treffen einen Bekannten mit seinem Hund am Fahrrad. Die beiden bleiben stehen, "ach eigentlich könnte Walter mit Emma zum Abschluss noch ein wenig toben"; gesagt getan. So richtig Spaß hatten aber beide nicht, so dass Walters Herrchen sich wieder aufs Fahrrad schwang und Walter ihm brav hinterher lief. (da könnte ich grün vor Neid werden, denn meistens laufe ich meinem Hund hinterher :dog_dry )
Nun gut, Emma und ich gehen weiter, ich hatte sie noch nicht wieder angeleint, da hebt sie den Kopf und hebt eine Vorderpfote und ehe ich streng "Emma hierher" rufen kann sehe ich nur noch ihren Schwanz im Wäldchen verschwinden. Hinter dem Wäldchen ist die Autobahn :dog_ohmy .
Gerufen, gepfiffen, gerufen usw. nach 5 Minuten kommt sie aus dem Wald, leider in 150 Meter Entfernung, guckt zu mir hin und läuft aber in Richtung Naturschutzgebiet, ein ziemlich großes Waldgebiet.
Na prima dachte ich mir, eigentlich wollte ich mit Emma wieder nach hause, schließlich waren wir jetzt schon eine ganze Weile unterwegs.
Tja, da blieb mir natürlich nichts anderes übrig als s.o. hinter meinen Hund herzulaufen. Mittlerweile war es 19.30 Uhr, es waren noch viele Leute mit und ohne Hund unterwegs, aber keiner hatte Emma gesehen. Um 20.00 bin ich nach Hause...ohne Hund, sauer bis zu geht nicht mehr. Mein Mann ist mit dem Auto zum Waldgebiet, kommt aber auch ohne Emma zurück. Mein Ärger weicht und ich mache mir immer mehr Sorgen, nun fahre ich noch einmal mit dem Auto hin,... von Emma keine Spur..es ist mittlerweile 21.30 Uhr. Ohne Emma wieder nach Hause. Wir rufen die Polizei an. Da wir noch nicht zu Abend gegessen haben, holen wir dies jetzt nach.. hätten wir uns auch schenken können, keiner von uns hatte mehr Hunger. 22.30 ich fahre noch einmal in den Wald und dann großräumig um den Wald die Straßen ab. Von Emma keine Spuren.
Jetzt können wir nur noch abwarten, es ist stockdunkel, vielleicht hat ja jemand Emma mitgenommen, sie ist unter den anderen Hundebesitzern ja bekannt; vielleicht gibt sie ja jemand im Tierheim ab, dort kann ich morgen früh anrufen.
Um 0.30 gehen wir ins Bett. Aus reiner Verzweiflung habe vorher noch das Gartentor aufgemacht. Die Hoffnung stirbt zuletzt, der Weg bis nach Hause ist viel zu weit, als das Emma den Weg hierhin findet.
An Schlaf ist kaum zu denken, eine Horrorvision jagt die andere. Um 5.00 Uhr steht mein Mann auf und macht die Hintertür zum Garten auf..........und da sitzt EMMA.

Sie war am folgenden Tag völlig fertig und dreckig und hat über 30 Zecken mitgebracht. Jetzt ist erst einmal wieder Leinenpflicht angesagt und doch nochmal Hundeschule.
Lieben Gruß von einer Überglücklichen
Mit einem kurzem Schweifwedeln kann ein Hund mehr Gefühle ausdrücken als ein Mensch mit stundenlangem Gerede.
Louis Armstrong

Uschi

Re: Hund entlaufen - was tun?

Beitrag von Uschi » So 27. Apr 2014, 18:27

Hallo Gudrun,

Gottseidank hat Emma alleine nachhause gefunden. Wie weit wart Ihr denn weg von daheim?


LG
Uschi

Emma
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Re: Hund entlaufen - was tun?

Beitrag von Emma » So 27. Apr 2014, 18:49

Hallo Uschi,
die Stelle an der Emma ausgebüchst ist, ist ungefähr 45 Minuten entfernt, Das angrenzende Naturschutzgebiet ist recht weitläufig und geht in die nächsten Städte über. Wenn wir das schnurstracks durchlaufen, brauchen wir anderthalb bis zwei Stunden.
LG
Gudrun
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Louis Armstrong

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Regine
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Re: Hund entlaufen - was tun?

Beitrag von Regine » So 27. Apr 2014, 19:24

Hi Gudrun,
da hat man den Stein richtig plumpsen hören, der euch vom Herzen fiel....man macht sich doch die allergrößten Sorgen, wenn die erste Wut verraucht ist . :nein
Es war wohl noch ein großer Schutzengel mit bei.
Ich bewundere deine Emma , dass sie fast unbeschadet alleine heim fand, möchte aber das mit meinen nicht erleben :dog_nowink
Knuddel mir die Freiheitskönigin
LG Regine
Den Reichtum eines Menschen kann man an den Dingen messen,
die er entbehren kann, ohne seine gute Laune zu verlieren.

Henry David Thoreau (1817 - 1862), US-amerikanischer Philosoph, Naturalist, Schriftsteller und Mystiker

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Eddis
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Re: Der absolute Horror...

Beitrag von Eddis » So 27. Apr 2014, 23:07

Emma hat geschrieben: Tja, da blieb mir natürlich nichts anderes übrig als s.o. hinter meinen Hund herzulaufen.
Moin zu dir und das war genau verkehrt. Deine Emma kommt zum Ausgangspunkt zurück. Laß es 10 Minuten sein, 30 Minuten, eine Stunde, sie kommt garantiert zurück. Wir sind beim ersten Mal auch dem Hund hinterher, jedoch waren wir zu Zweit. Mein Mann kehrte um und wartete am Ausgangspunkt. Tatsächlich kam Eddi dort hin zurück und ich irrte im Wald umher. Beim nächsten Mal waren wir schlauer und warteten. Alternativ kannst du auch eine Jacke o.Ä. liegen lassen, wenn du es garnicht mehr aushältst. 1. Amtshandlung war bei uns immer auf die Uhr zu sehen. Man verliert das Zeitgefühl. Eddi kam spätestens nach 20 Minuten zurück. In bekanntem Gebiet auf dem bequemen Hauptweg. In unbekanntem Terrain querfeldein auf dem Wildwechsel.

Und allen meinen Ängsten zum Trotz, ohne auf andere Hunde, andere Menschen, Wild, Katzen oder irgend etwas zu reagieren. Schnurstracks zurück, außerhalb jeder Logik. Ich kann mir das nur mit Verlustangst erklären. Als das Wild weg war, ging der Hebel rum. Eure Emma hatte garantiert den selben Schalter. Und dann? Kein Frauchen mehr da. Bitte wartet an der Stelle, falls es euch noch einmal so passiert. Schau auf die Uhr und warte. Emma kennt den Rückweg.
Lieber Gruß Simona mit Sir Eddi

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Alexandra
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Re: Hund entlaufen - was tun?

Beitrag von Alexandra » Di 29. Apr 2014, 21:35

Puh Gudrun,

eine Horrorvorstellung. Aber dass Emma alleine wieder nach Hause gefunden hat - welch ein Glück :brav Ich freu mich sehr mit euch und hoffe, ihr alle habt den Schreck inzwischen einigermaßen verdaut. Und dass Emma sich einfach an die Türe gesetzt hat - mucksmäuschenstill - irre. :dogstare

Liebs Grüßle,
Alex
Dass mir mein Hund das liebste ist, sagst Du oh Mensch sei Sünde, mein Hund ist mir im Sturm noch treu, der Mensch nicht mal im Winde.
(Franz von Assisi)

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ChristaS
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Re: Hund entlaufen - was tun?

Beitrag von ChristaS » Do 7. Feb 2019, 12:40

Hallo zusammen,

ich wärme mal - aus aktuellem Anlass - einen uralten Threat auf.
Diesmal aber aus Sicht eines Hundefinders.

Folgendes war geschehen: Vergangenen Montag ging ich mit meinen drei Hunden die nachmittägliche Hunderunde, es war schon etwas später, leicht dämmerig. Wie gesagt, es ist eine Runde, ein Weg in den Wald rein, auf einem anderen wieder raus. Beim Rausgehen schaute ich noch einmal in den Wald und sah einen Ridgeback der kreuz und quer lief. Es war kein Mensch in der Nähe! Da eine Hundebekanntschaft aus dem Nachbardorf einen solchen Rüden hat, band ich meine Mädels an und rief den Hund, der auch gleich kam. Ich bekam ihn zu fassen und leinte ihn mit Holly zusammen an. Das funktionierte alles problemlos. Dann brachte ich Laima und Scarlett nach Hause und ging mit Holly und "vermeintlich Bruno" ins Dorf, um ihn nach Hause zu bringen. Als ich bei der "vermeintlichen" Besitzerin klingelte, bellte jedoch ein Hund und ich dachte mir "Oh Sch..., dass kann nicht Bruno sein!" Lange Rede, kurzer Sinn: Es war nicht Bruno.
Auf dem Heimweg versuchte ich, das Tierheim zu erreichen, wo aber um 18.30 Uhr keiner mehr ist. Also, Polizei anrufen. Die erreichten dann privat jemanden vom Tierheim, die den Ridge von mir abholen wollten. Ich hatte ein sehr schlechte Bauchgefühl. Wer schon mal im Tierheim war, möchte nicht, dass sein Hund da mal landet! Aber ich konnte den fremden Rüden doch nicht bei meinen drei Mädels lassen - für ein paar Stunden schon, aber doch nicht für länger. Am nächsten Tag musste ich auch früh und lange arbeiten.
Wie auch immer, es gab viele Telefonate zwischen Polizei, Tierheimmitarbeiterin und mir. Schlussendlich hatte die Besitzerin des Ridgebacks sich bei der Polizei gemeldet und die hatten sich wiederum mit mir in Verbindung gesetzt. Ca. 4 Stunden nach dem Fund konnte die Besitzerin ihren Rüden bei mir abholen und war sehr glücklich.

Mein Fazit: Wenn euch euer Hund verloren geht oder ihr einen herrenlosen Hund findet, meldet es umgehend der Polizei. Da laufen am Ende alle Informationen zusammen. Im Zweifelsfall - und wenn es geht - nehmt den Fundhund vorläufig mit. "Meinem" Fundhund ging es gut, er war nicht ängstlich oder verschüchtert, dachte wohl, er hätte ein neues Zuhause gefunden...
"Mein" Hund hatte eine Hundemarke um, so wusste ich, welcher Gemeinde er zuzuordnen war. Ansonsten sind die meisten Hunde gechipt - da hilft ein Gang zum nächsten Tierarzt. Bei Rassehunden gibt es Verbände, die die Chipnummer zuordnen können, eventuell auch Tasso, in Niedersachsen gibt es zusätzlich das Hunde-Melderegister, in der jeder Hund vor der Anmeldung registriert sein muss.

Tja, das waren meine Fundhund-Erfahrungen. Ich würde es jederzeit wieder so machen.
Liebe Grüße,
Christa
... mit Butzi und Olympia im Herzen.

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