"Dissidenz" verlegt sich auf Airedale

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GabyP
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"Dissidenz" verlegt sich auf Airedale

Beitrag von GabyP » Di 8. Jun 2010, 14:47

Hallo, Interessierte,

ich sollte nicht im Internet surfen ...

Da wird gerade ein Wurf erwartet (in Deutschland), von einer (deutschen) Hündin - (hat keinen KfT-Namen) - "Internationaler Champion, Nationaler Jugendchampion, Körklasse 1, HD-A-normal, ED 0" mit Erfolgen auf Ausstellungen wie
"König-Ludwig-Cup 2007 VV JÜA Bester ihrer Rasse Best in Show - Jüngstenklasse 1. Platz, Europasiegerschau 2007 SG1 JA Bester Ihrer RasseBest in Show - Jugend 1. Platz, Adventsiegerschau 2007 SG1 JA Bester Ihrer RasseBest in Show - Jugend 1. Platz, König-Ludwig-Cup 2008 SG1 JA Bester Ihrer RasseBest in Show - Jugend 2. Platz, Grenzlandsiegerschau 2008 V1 CACIB Grenzlandsieger Endausscheidung 1. Platz Best in Show - 1. Platz, Diamond Super Cup 2008 V1 CACIB Diamond Super Cup Winner Endausscheidung 1. Platz Best in Show - 1. Platz, Weltsiegerschau 2008 V1 CACIB Weltsieger Endausscheidung 1. PlatzBest in Show 2. Platz, Grenzlandsiegerschau 2009 V1 CACIB Grenzlandsieger, Weltsiegerschau 2009 V1 CACIB Weltsieger"

Die Hündin wurde gedeckt von einem KfT-Rüden, der auch aktuell auf Ausstellungen von KfT/VDH/FCI gezeigt wird und eine KfT-Zuchtzulassung hat.

Ordentliche Papiere für die Welpen gibt's trotz Ankündigung natürlich nicht.

Hatte da jemand die Decktaxe so nötig? Oder ist in bestimmten Gegenden dieses Landes die "Dissidenz" so etwas Normales, daß man sich überhaupt keinerlei Gedanken mehr darüber macht, wo man seinen Rüden springen läßt?

@ Züchter: habt Ihr einen Passus in Euern Kaufverträgen, der eine Zucht außerhalb des KfT/VDH/FCI mit Euerm Welpen wirksam untersagt?

Viele Grüße

Kathrin

Re: "Dissidenz" verlegt sich auf Airedale

Beitrag von Kathrin » Di 8. Jun 2010, 15:01

Hallo Gaby,

ich habe das auch gesehen und ich war ziemlich entsetzt darüber.

Meiner Meinung nach ist in §6 Absatz 1 der Zuchtordnung des KfT geregelt, dass ein Deckrüde nur eine Hündin aus demselben Verband decken darf.
Deckrüdenbesitzer haben sich vor dem Belegen der Hündin davon zu überzeugen, dass diese
die für die jeweilige Rasse geforderten Zuchtvoraussetzungen erfüllt. Können die notwendigen
Unterlagen nicht vorgelegt werden, darf der Deckrüdenbesitzer seinen Rüden nicht
zum Decken zur Verfügung stellen.
Ich habe als Züchter das in meinen Kaufverträgen zusätzlich drinstehen, dass im Falle eines Zuchtvorhabens nur im KfT-VDH gezüchtet werden darf.

Aber scheinbar gibt es immer noch Leute, denen es wirklich sehr aufs Geld ankommt, sonst würden sie das nicht tun.

Viele Grüße
Kathrin

GabyP
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Re: "Dissidenz" verlegt sich auf Airedale

Beitrag von GabyP » Di 8. Jun 2010, 15:31

Hallo, Kathrin,

"im Prinzip" hast Du wohl recht - nur steht da eben nicht deutlich "KfT-Zuchtvoraussetzungen", und Konsequenzen, wenn sich jemand nicht dran hält, sind auch nicht vorgesehen. Ich habe schon auch im Kaufvertrag so etwas drinstehen, weiß aber, daß das nicht "justitiabel" ist ...

Ich finde so ein Handeln einfach bodenlos und einen Schlag ins Gesicht von "ordentlichen" Züchtern. Nur dachte ich bisher, es käme nur bei anderen Rassen vor - und jetzt doch beim Airedale?

Viele Grüße

TerrierLady

Re: "Dissidenz" verlegt sich auf Airedale

Beitrag von TerrierLady » Di 8. Jun 2010, 15:35

Mal ne blöde Frage . . .

wie kann man alle diese Auszeichnungen bekommen wenn man keine Papiere hat ??? Oder Versteh ich das etwas komplett falsch . . .

Gruß Ulrike

redchili

Re: "Dissidenz" verlegt sich auf Airedale

Beitrag von redchili » Di 8. Jun 2010, 16:16

Hallo Gaby und Kathrin,

mir ging so eine ähnliche Frage durch den Kopf wie Ulrike, und noch ein paar mehr dazu.

1. Wie kann man einen Hund eines anderen Zuchtverbands beim KfT zulassen? Reichen da die Ausstellungskarriere (die in diesem Fall ja vorliegen würde) plus eine ZZP vom KfT?

In den Landespferdezuchten (Hessen, Hannoverander, Holsteiner & Co.) ist es zum Beispiel so, dass man für sein Großpferd auch in anderen Verbänden die Zuchtzulassung beantragen kann. Ganz grob gesagt: Haben beide Eltern die Zulassung in einem bestimmten Zuchtverband, bekommt das Fohlen früher weiße Papiere von eben diesem Zuchtverband. Rote Papiere erhielt es, wenn der Vater unbekannt oder vom Zuchtverband der Mutter nicht zugelassen war.

2. Gibt es etwas Vergleichbares in der Hundezucht?

Wenn meine letzte Frage gegen ein "ungeschriebenes Gesetz" verstößt, bitte ich um Nachsicht:

3. Wie hoch ist eigentlich so eine Decktaxe im Allgemeinen bei einem "Durchschnittshund" (ich kenne mich da nur halbwegs bei den Kleppern aus)?

Interessierte Grüße,
Antje mit Luzie

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Re: "Dissidenz" verlegt sich auf Airedale

Beitrag von kenzo » Di 8. Jun 2010, 17:09

Hallo Antje,

so zwischen 400€ und 1000€, je nach Hund.

Die Decktaxe kann der Deckrüdenbesitzer selbst festlegen.

Übrigens verstehe ich die Aufregung nicht so ganz. Derzeit ist der KfT für den Airedale als Zuchtbuchführender Verband vom VDH anerkannt. Das kann sich aber ändern, siehe Beispiel bei den Hovis, hier haben wir sogar 3 Rassezuchtverbände, alle 3 werden vom VDH anerkannt. Und wenn einem sein eigener Rassehundeverband nicht gefallen sollte, so gibt es auch die Möglichkeit direkt über den VDH züchten. Die Ahnentafeln kosten dann halt etwas mehr.

Noch was, ich kann sehr wohl mit einem ausländischen Rüden, der nicht beim KfT/VDH registriert ist, auch aus einem Nicht-FCI-Land wie z.B. den USA, der z.B. über den AKC gezüchtet ist, meine Hündin belegen.
Anmerkung: der AKC ist kein Mitglied bei der FCI

Diese Zucht hat keinen Verband, da es den AVRG, bei der die Hündin ihre "Anwartschaften und Titel" errang, nicht mehr gibt und somit auch keine Ahnentafeln. Läuft bei mir unter der Kategorie "Wildwurf"!
Wer dort einen Hund kauft ist selbst Schuld.

Gruß
Uli
Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird!

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Re: "Dissidenz" verlegt sich auf Airedale

Beitrag von kenzo » Di 8. Jun 2010, 18:58

und nun noch was kurioses...

Der Bayrische Rassehundeverband e.v züchtet über die F.C.I.
http://www.hunde-brv.de/bs-anzeigen/index.php
http://www.newsworldfci.com/
Über den Bayrischen Rassehundeverband gezüchtete Airedales wurden letztes Jahr im Internet angeboten.


Nicht zu verwechseln mit dem VDH und der FCI
http://www.vdh.de/
http://www.fci.be/


Gruß
Uli
Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird!

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Re: "Dissidenz" verlegt sich auf Airedale

Beitrag von kenzo » Di 8. Jun 2010, 19:00

und nun noch was kurioses...

Der Bayrische Rassehundeverband e.v züchtet über die F.C.I.
http://www.hunde-brv.de/maax/home.html
http://www.newsworldfci.com/
Über den Bayrischen Rassehundeverband gezüchtete Airedales wurden letztes Jahr im Internet angeboten.


Nicht zu verwechseln mit dem VDH und der FCI
http://www.vdh.de/
http://www.fci.be/


Gruß
Uli
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Re: "Dissidenz" verlegt sich auf Airedale

Beitrag von GabyP » Di 8. Jun 2010, 19:06

Hallo, alle,

@ Uli: spiel es bitte nicht soooo weit runter ... Für den Airedale gibt es unter dem Dach des VDH und der FCI keinen weiteren Zuchtverband. Und die Zucht mit einem AKC-Rüden ist nochmal etwas anderes als dieser genannte Wurf.

@ Antje: ein Hund aus einem anderen Zuchtverband außerhalb von VDH UND FCI (oder der verbandslose Hund) kann über Phänotyp-Begutachtung und Registerpapiere eingetragen werden. Zuchterlaubnis wird er wohl eher nicht bekommen - der Airedale ist ja nicht gerade am Aussterben, also braucht er gar nicht zur Zuchtzulassung gehen. Mit Registerpapieren kann er ausgestellt werden. Ein FCI-Hund (z.B. die russischen Airedales) werden beim KfT eingetragen und bekommen über Zuchtzulassung Zuchterlaubnis nach KfT-Regeln.

Die Mutterhündin aus dem von mir kritisierten Wurf wurde auf "Dissidenz"-Ausstellungen gezeigt, wo jeder angetretene Hund quasi "Weltsieger" werden kann - die Urkunden sind das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt sind, genausowenig wie die "Ahnentafeln". Man darf diese Vereine nicht mehr "Dissidenz" nennen, es sind Vereine wie sie z.B. unter dem "Dach" von EHU und UCI oder F.C.I. (hier sind die Punkte wichtig!) firmieren. Meist sind solche Vereine "Familienunternehmen", wo einer Vorsitzender ist und der Ehepartner Kassierer und Zuchtwart ... Daß VDH-Vereine sich nicht komplett gegen solche Vereine - wo es z.B. immer noch einen "Parson Jack Russell Terrier" gibt - sperren können, liegt am mit Hundeverstand gesegneten Bundeskartellamt, das dem VDH die Monopolstellung ankreidet.

Es ist ein bißchen anders als in der Pferdezucht, wo ja z.B. ein Dales-Pony als "Bayern Pferd" eingetragen wird.

@Ulrike: ja, all diese Auszeichnungen kannst Du mit jedem Feld-, Wald- und Wiesenhund, oder auch Rassehund, auf diesen ominösen Ausstellungen bekommen. Guck in Deine überregionale Tageszeitung, da findest Du solche Ausstellungen. Wenn Du mal eine Witz-Veranstaltung sehen willst, dann geh dahin ... Diese Auszeichnungen werden aber nirgendwo anerkannt außerhalb des veranstaltenden Vereins. Daß der VDH selber aber die "Rassezucht", obwohl Dachverband der Rassezuchtvereine, nicht mehr so ganz ernst nimmt, sieht man ja daran, daß Mischlingswettbewerbe, Castings u.a.m. auf VDH-Schauen mittlerweile - wörtlich! - mehr Raum einnehmen als die Ringe der Rassehunde ...

Was mich so störte, daß ich davon berichtete: die Mutterhündin (deren Abstammung auf der Homepage der "Züchterin" verschwiegen wird) hat offenbar keinerlei Papiere und ihre Gesundheitsuntersuchungen sind wohl wenn überhaupt vom nächsten Tierarzt gemacht worden (dem ich damit nicht zu nahe treten will); sie sind also innerhalb der Rasse nicht vergleichbar. Also das, was man vor kurzem noch "Dissidenzzucht" nennen durfte. Und da meint ein KfT-Rüdenhalter, noch schnell die Decktaxe (deren Summe Uli korrekt angegeben hat) mitnehmen zu müssen. Ob der Züchter des Rüden "seine" Linie gern in "Dissidenz"-Papieren sehen will?

Nein, ich finde es nach wie vor schlimm.

Viele Grüße

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Re: "Dissidenz" verlegt sich auf Airedale

Beitrag von kenzo » Di 8. Jun 2010, 19:30

Huch, da war ja mein Beitrag doppelt!
Der Beitrag von 19.00 Uhr hat die richtigen Links.
Hatte ich es vielleicht geschafft aufgrund der vielen geöffneten Tabs 2x angemeldet zu sein?

@Gaby, das mit diesen Feld-Wald und Wiesenverbänden sehe ich genauso wie Du! Wir hatten mal eine U.C.I. Weltmeisterin der Rasse "Berger de Brie" auf unserem Hupla.
Sie schaffte mühelos die VPG3 aufgrund ihres guten Frauchens, aber diese Hündin entsprach niemals dem Rassestandard eines Briards.

Trotzdem, niemand kann mich in Deutschland daran hindern, z.B. über den AKC zu züchten, das machen viele US-Army-Angehörige in Europa so oder z.B. über das Französische Agrarministerium, hier sind wir dann wieder bei der richtigen FCI.

Gruß
Uli
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