Wesensüberprüfung....

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Anja1402
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Re: Wesensüberprüfung....

Beitrag von Anja1402 » Di 26. Jan 2016, 13:35

Regine hat geschrieben: Ich will hier nicht von Wesensmängel sprechen sondern von Eigenschaften , die ein Gebrauchshund braucht.
Für einen Familienhund ist es nicht wichtig, ob er gerne spielt , ob er Beutetrieb hat, ob er dunkle Treppen oder offene Treppen runter geht ,ob er forsch ist, für einen Gebrauchshund schon.
Es liegt einfach an dem Schwerpunkt, den man in der Zucht legt.
Damit sind wir also wieder beim Thema Leistungszucht und Gebrauchshund-Eigenschaften angekommen :dog_biggrin Solche Eigenschaften werden in einer IPO-Prüfung (oder anderen Arbeitsprüfungen, zB für Rettungshunde) abverlangt. Wenn du einen Rüden suchst, der diese Eigenschaften mitbringt, musst du also "nur" auf diejenigen mit IPO-Prüfung zurückgreifen. Klar, da wird die Auswahl dünn, zumal man als Züchter ja auch nicht unbedingt die Zeit und das Geld hat, ganz Deutschland abzuklappern. Da würde ein Wesenstest für alle zumindest zeigen, welche Hunde diese Eigenschaften haben und das Potenzial mitbringen, ohne dass den Besitzern abverlangt wird, dass sie gleich Hundesport betreiben. Aber ich glaube, ein verbindlicher Wesenstest für alle Zuchthunde (bei den Schäfis war der doch auch freiwillig, oder?) wird schwer durchsetzbar sein, da es viele "Schönheitszüchter" gibt (nicht abwertend gemeint). Auf freiwilliger Basis könnte das durchaus klappen. Wie gesagt, Struppis Züchterin macht das auch jedes Jahr in Form einer Nachzuchtbeurteilung.

Aber jetzt muss ich noch mal ganz blöd nachfragen: Werden solche Eigenschaften nicht bei der ZZL überprüft? Und falls nicht, könnte man die ZZL nicht entsprechend erweitern?
Nach manchen Gesprächen mit Menschen hat man den Wunsch, einen Hund zu streicheln, einem Affen zuzulächeln und vor einem Elefanten den Hut zu ziehen!
Maxim Gorki

Uschi

Re: Wesensüberprüfung....

Beitrag von Uschi » Di 26. Jan 2016, 14:36

Hallo Anja,
Anja1402 hat geschrieben:Werden solche Eigenschaften nicht bei der ZZL überprüft?
nein, die ZZP ist relativ schnell absolviert, abgesehen von den 2 notwendigen Ausstellungen.

http://www.airedale-kft.de/Zucht/ZZP/Be ... n_zzl.html

Wir sind in einer Mensch-Hundegruppe rumgelaufen, die "auffälligen optischen Reize" bestanden in einem Mann mit Regenmantel und Schirm, der durch die Mensch-Hundegruppe spazierte.
Immerhin hatten wir das Glück, dass wirklich mit einer Pistole geschossen wurde.

Ist nämlich keine vorhanden, darf der "Knall" auch mittels zweier Holzbretter erzeugt werden, die zusammengeschlagen werden.

Das ist alles.


Meine Schäferhundler im Verein schütteln den Kopf darüber, dass der AT - als Gebrauchshund - ohne eine auch nur zumindest andeutungsweise Arbeitsprüfung zur Zucht zugelassen wird.



LG
Uschi

Anja1402
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Re: Wesensüberprüfung....

Beitrag von Anja1402 » Di 26. Jan 2016, 15:08

Ach so, ich war noch nie bei einer ZZL dabei, deswegen hat mich das interessiert.
Uschi hat geschrieben: Meine Schäferhundler im Verein schütteln den Kopf darüber, dass der AT - als Gebrauchshund - ohne eine auch nur zumindest andeutungsweise Arbeitsprüfung zur Zucht zugelassen wird.
das glaube ich zwar auf der einen Seite gerne, aber auf der anderen Seite sehe ich auch die Schäferhunde bei uns im Verein - oder aus anderen Vereinen - und bekomme die Gespräche über IPO-Prüfungen von DSHs und in SV-Vereinen mit - und wenn ich diesen Erzählungen auch nur ansatzweise Glauben schenken darf, wird bei solchen Prüfungen teilweise so einiges durchgewunken, was nicht sein dürfte, und es bestehen Hunde, deren Arbeit nicht wirklich schön anzusehen ist. Und hatte sich nicht gerade der SV für eine "Aufweichung" der IPO-Prüfungsordnung eingesetzt, damit endlich wieder mehr Hunde bestehen?
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Re: Wesensüberprüfung....

Beitrag von Regine » Di 26. Jan 2016, 16:08

Hi Anja,
eben weil es auch bei den DSHlern Schwierigkeiten mit dem ,was da so in manchem DSH steckt, gibt(jedenfalls keinen Gebrauchshund) wurde diese Wesensüberprüfung vom Zuchtausschuß entwickelt. Vorab die nächsten 2 Jahre erst noch freiwillig.
Auch der SV weiß dass bei ihm nicht alles Gold ist was glänzt.So aus dem Bauch raus machen die keine Wesensüberprüfung.
Und klar , ich kann bei jeder Prüfung tricksen... und die schönste Punktzahl oder IPO-Prüfung zeigt nicht was in dem Hund steckt. Man kommt nicht umhin sich den Rüden anzuschauen,oder ihn Arbeiten zusehen ...Und das ist zeit -und arbeitsintensiv und man reißt manchmal ganz schön Kilometer runter für nix....
Denn auch wenn die Ahnen super sind und die Prüfungen scheinbar klasse bzw er ne IPO3 hat , passiert es, dass der Rüde nicht paßt, weil er nicht das ist was man erwartet hat...
Und ja ,solange der AT sich Gebrauchshund schimpft, sollte er auch solche Eigenschaften haben .Deshalb holen sich die meisten IPO-Sportler Hunde aus den Gebrauchshunderassen, sind die Gebrauchshunderassen bei der Polizei beliebt , wenn auch nur noch wenige....

LG Regine
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Re: Wesensüberprüfung....

Beitrag von Bavaria » Di 26. Jan 2016, 18:58

Puhhhh.....
Also Vari hab ich sehr spotan zur ZZL gemeldet, und wir waren in knapp 10 Minuten damit durch. Geübt haben wir nicht, weil sie schussfest ist, mit Geräuschen, Hunden und Menschen Null Problem hat, glatte Böden / Hektik ect. kennt sie von Ausstellungen, also hab ich mir nichts gedacht, sie sich auch nicht happy_02
So, ich hab Hunde gesehen die hatten ne IPO und waren "Pfeifen" oder "Nerv`l" ( in Bayern sagt man "Gemachte", also über Wehr-/Beutetrieb antrainiert) und ich habe "reine Familienhunde" gesehen, die Potential hatten und mir richtig gut gefielen. Hier aus dem Forum ist mir immernoch Ennox von Nicole in Erinnerung geblieben, ein toller Hund mit einem super Wesen, der gefiel mir richtig gut und damals hatte er glaube ich noch keine Prüfung bzw. "nur" die 1er. Ich denke, man muss sich immer die Deckrüden anschauen, nur was man selber gesehen / getestet hat, kann man auch beurteilen. Insoweit spielt für mich die IPO Prüfung nur eine untergeordenete Rolle, wichtiger ist mir das Wesen/ Beutetrieb/ Selbstsicherheit des Hunde selber zu sehen.

Allerdings fände ich eine Nachzuchtburteilung schon sehr interessant, sagt sie doch vielmehr über den Deckrüden aus, als seine Prüfungsunterlagen. Wenn ein Rüde mit 10 verschiedenen Hündinnen guten wesensfesten Nachwuchs bringt, dann wird er "das" wahrscheinlich vererben. Umgekehrt gehts aber auch: was nützt mir ein Deckrüde mit IPO 3, wenn der Nachwuchs durch die Bank Wesenmängel zeigt? Insoweit fände ich einen solchen Test nicht schlecht und für Züchter sehr interessant.
LG Bine

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Re: Wesensüberprüfung....

Beitrag von Kirsten » Mi 27. Jan 2016, 00:42

Hallo!
Ich fände eine Wesensüberprüfung schon sehr gut, glaube aber, daß sie nicht so schnell bei den Airedales kommt.
In Schweden wurden oder werden flächendeckend junge Hunde wesensmäßig getestet und es ist interessant, wie unterschiedlich die Bewertungen einzelner Rassen (alle machen den gleichen Test) ausfallen-
@Anja: auch ein Hund, der keine große Spiellust hat, aber gerne frißt, kann ein sehr guter Rettungshund werden.
Tschüß Kirsten + Rati

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Re: Wesensüberprüfung....

Beitrag von menzelova » So 7. Feb 2016, 12:58

Hallo Regine,

als Halter eines Hundes mit gelegentlichen Panikattacken, der die ersten Jahre bei allem Fremden durchgedreht ist (einschließlich Umstellen eines Tisches in der Küche) finde ich Deine Fragestellung sehr wichtig. Wesen und Gesundheit müssen bei der Zucht an erster Stelle stehen und deshalb befürworte ich einen Wesenstest vor der Zuchtzulassung.

Das Zuchtziel zu formulieren ist dabei bestimmt der Teil, an dem die Sache scheitern könnte. Was zählst Du zu Gebrauchshunden? Sind das alle Arbeitshunde wie Jagdhunde, Schutzhunde, Hütehunde, Begleithunde, Therapiehunde? Was sind dann Nichtgebrauchshunde, sind das reine Familienbespaßungshunde, Schoßhunde, Schönheitshunde?

Dann müsste mit der Definition des Zuchtzieles (vielleicht mehrere zu einer Rasse) auch eine spätere Haltungsauflage für die Sprösslinge einhergehen. Jagdhund nicht an Rentnerin mit 30 min Gehfähigkeit, Schutzhund nicht an Familie mit 4 kleinen Kindern (gilt besonders für Herdenschutzhunde ;-)), Hütehund nicht an Halter ohne Schafe usw. und die Bewerbung der Hunde auf den Züchterseiten sollte dann auch sehr ehrlich sein.

Welchen "Gebrauch" (ich nehme das Wort mal, auch wenn es vielleicht in manchen Ohren komisch klingt, aber Haustiere sind nun mal durch Gebrauch entstanden) kannst Du Dir bei Airedales vorstellen? Könnte manch ein Airedale auch ein potentieller Begleithund für eine junge Rollstuhlfahrerin sein, wenn er das Zuchtziel einigermaßen treffen würde?

Übrigens das Einzige, was mich an dem Film gestört hat, war der Begriff "objektiv" ... das wird wohl nicht machbar sein, bei Wesen mit Seele. ;-)

Viele Grüße
Birgit mit Grisou

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Re: Wesensüberprüfung....

Beitrag von Eddis » So 7. Feb 2016, 22:34

Moin zu euch und welches Wesen soll der AT haben? Tendenz zum Faulenzer oder eher Maliartig?

Ich kenne einen sehr bekannten Züchter und der sagt: Stehen muß er, mehr braucht ein Hund nicht zu können. Das sagt doch schon alles. Nur schöne oder schön gemachte Hunde bekommen das V. Wer züchtet, nimmt am liebsten einen preisgekrönten Sieger. Da wird er seine Welpen besser verkaufen.
Stellt euch eine Hundeausstellung in Arbeitsklamotten vor.
Würde der KFT auf einer schäferhundartigen Wesensüberprüfung bestehen, da würde so mancher Zwingername wohl verschwinden.
Für einen Laien ist nicht zu erkennen, ob er sich einen AT aus Leistungszucht oder einen aus der Arbeitslinie erwirbt. Und ich denke, daß es die meisten Käufer auch nicht interessiert.
Lieber Gruß Simona mit Sir Eddi

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Re: Wesensüberprüfung....

Beitrag von Regine » Di 9. Feb 2016, 23:51

Hi Birgit,
der AT gehört zu den Diensthunderassen in Deutschland und sollte daher einiges mehr mitbringen , als nur gut zu stehen.
Gesundheit und Wesen sind das wichtigste. Darauf sollte bei der Zucht besonders wert gelegt werden. Meine Meinung. Eine ängstlicher Hund gehört auch wenn er noch so schön ist ,nicht in die Zucht , genauso wenig wie ein aggressiver.
Egal was ich für Hunde züchte (Gebrauchs oder sonstige Hunde) egal welche Rasse .
Ob ein AT für Rollstuhlfahrer handelbar, gebrauchbar ist kommt auf den Rollstuhlfahrer an und natürlich auch auf den AT. Ich hatte letztens eine Anfrage , ob sich Hunde aus meinem Zwinger für die Blindenhundausbildung eignen...
Ein wesenstarker gesunder Hund eignet sich zu vielem.
Die Wesensüberprüfung vom SV sollte von jedem Hund ,der einer Diensthunderasse angehört ,bewältigt werden , ohne dass er schreiend davon rast.
Meine höchstpersönliche Meinung
LG Regine
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