Hallo,
ich bin völlig unschlüssig, wie lang und breit man über dieses Thema diskutieren könnte. Aber vielelicht ist es gut, daß mein Rechner am Donnerstag bereits beim Beitrag schreiben wg "Worm"-Meldung abgesprungen ist. Denn da hatte ich bereits einen langen Beitrag verfasst und heut bin ich froh, daß das Thema weg vom Steitpunkt E-Halsband gekommen ist. Da sind ein paar ganz unsägliche Sätze gefallen, die ich gern kommentiert hätte, aber wie gesagt: dazu könnte man viel schreiben, aber es wäre mE einen eigenen Thread wert und v.a. ein bessere Rede- denn Schreibthema....
Vor Zirbel hätte ich Freddy
Ich denke in vielen Fällen spielen "Führungsprobleme" und mangelhafte Rangordnung eine zentrale Rolle. Hier würde ich als erstes selbstkritisch ansetzen.
vorbehaltlos recht gegeben. Denn praktisch alle meine anderen ATs habe ich vom Jagen abhalten können. Mmit grundsätzlich den Mitteln, die Freddy beschreibt. Kim war ich stets wichtiger als Wild und Mäuse jagen war viel effektiver. Rough hat das von Kim gelernt, da gab es nur eine einzige unschöne Szene, als sie - 9 Monate alt - hinter ihrer jagenden Freundin einem Hasen nach ist, der genau zwischen beiden Hunden losgerannt ist....
Zirbel (ich hab's ja schon oft erzählt) ging mit 4 (!) Monaten das erste Mal allein vom Rudel weg hinter 2 Rehen her. Ich hatte doch gar keine Chance, das vorzubereiten, wer glaubt denn, daß ein Babyhund Mumm hat, allein weg zu laufen? Und da war natürlich das erste "Erfolgserlebnis" als Grundstein gelegt.
In der Folge habe ich alles mögliche getan, Kekse, Rückrufübungen, Jackpot, Ersatzspiele aller Art. Bis heute ist Wild ein viel stärkerer Motivator als alles andere. Dennoch ist es inzwischen möglich, Zirbel überwiegend abzurufen. An der Leine gibt sie Spurlaut und ist ganz aufgelöst. "
ES" löst einfach mehr und tiefer was aus, als bei Hunden, die nicht so heftigen Jagdtrieb haben. Aber ich kann nie sicher sein, daß ich sie auf Kommando zurückhalten oder bekommen kann und wenn ein anderer abgeht, dann ist sie zu 90% mit weg. Allerdings kann ich sie gut genug "lesen", um frühe Alarmsignale zu deuten und sie bei Fuß/Huf, notfalls an die Leine zu nehmen. Insofern traue ich mich, sie frei laufen zu lassen, will ich beim Reiten auch nicht anders haben. Ein dauernd angeleinter Hund ist für mich keine Option. SChleppleine ist das gleiche, Zirbel würde sich damit angebunden fühlen, hinterher trotten udn nix vom Ritt haben (und ich auch nicht). Selbstverständlich wird sie sofort lernen, daß sie mit Leine nicht und ohne Leine umso mehr jagen kann.
Bleibt Freddys Vorschlag
Aus Sicht des Hundes sind "wir" die Ablenkung. Unsere Ablenkung, mit was auch immer, muss also stärker sein als die des Rehes... schon haben wir Erfolg
perfekt!
Was ist denn nun für so einen Hund besser als ein Reh? Muß ich nen Hasen in die Satteltasche stopfen, den ich im richtigen Moment rauslasse? Aber der bekommt dann eine Schleppleine an....
Nee, mal im Ernst, der Knackpunkt ist ja, daß es in manchen Fällen nahezu unmöglich ist, etwas besseres zu finden. Zirbel ist völlig heiß auf Futter, aber erst die Rehe. Kein noch so oberaffengeiles Spielie-Critter-Sonstwas kann es in ihren Augen mit einer richtigen Hatz aufnehmen. Und es ist definitiv nur die Hatz. Im direkten Kontakt ist sie sehr freundlich zu allerlei eßbarem Getier, tötet nicht mal Ratten, die ich ihr extra zu dem Zweck angeboten hab. In Wildgehegen unterhält sich Zirbel mit allem und fragt nur, nahc, was die zu essen bekommen und ob sie was abkrigen kann. Ich bin relativ optimistisch, daß sie einen gefangenen Hasen nicht absichtlich töten würde. Auch als ihr ein Rehlein fast ins Gesicht gehupft ist, war nur das mitrennen interessant, sie hätte reinbeißen können, es hat quasi den Hals genau hin gehalten.
Insofern ist der Punkt
Auf eine mögliche Ursache für Verhaltensprobleme möchte ich hier aber noch kurz hinweisen: Die Unterforderung des Hundes.
ganz sicher ebenfalls zu sehen. Wenn Zirbel regelmäßig mantrailt und viel am Pony schnell rennt, ist die Reizschwelle deutlich höher. Sowohl dem Wild nachzustöbern, um den Hatzreiz erst zu finden, als auch dem Wild nachzulaufen. Das drückt sich darin aus, daß ich sie dann eher ganz abhalten oder sehr viel schneller, nämlich nach 30, 40, oder 100 m abrufen kann (wenn der erste reflexhafte Impuls abgeklungen ist).
Aber das grundlegende Problem sehe ich inzwischen nicht mehr allein (!!) darin, daß der Hund als Jungtier nicht ausreichend an Ersatzobjekte heran geführt wurde, sondern tatsächlich einfach andere Prioritäten hat.
In den meisten Fällen ist das bestimmt so. Denn wie oft sehe ich Leute, die erst merken, daß der Hund jagen geht, wenn er kläffend hinterm Wild verschwindet. Und die ganze Zeit vorher wird er einfach nur unbeschäftigt seinen Dingen nachgehen gelassen. In diesen Fällen kann man mittels Super-MO und Superjackpot sicher eine deutliche Besserung, wenn nicht gar völlig Verhinderung erreichen. Kim und Rough, Samson, Bungee, sie alle wären Beispiele dafür. Zirbel hat es besser aus einer Kombination aus aversiven Hilfsmitteln und MOs gelernt, aber eben niemals so nachhaltig und sicher, wie meine anderen Hunde.
Ebenso wird man mit der Schuldzuweisung allein auf den Hund, kaum Erfolge haben können...
Ganz klar. Man kann bestimmt fast jeden Hund dazu bringen, daß er nicht jagen geht. Ist aber auch eine Frage der Zeit. Ich kann nicht 5 Jahre exerzieren im Wald, ehe ich mit ihm reiten gehen kann.
LG
Eddi