Cauda-Equina-Syndrom (CES)

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Monti
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Re: Cauda-Equina-Syndrom (CES)

Beitrag von Monti » Do 20. Aug 2020, 15:27

Die Diagnose wurde in der Tierklinik anhand von Röntgen-und MRT-Aufnahmen an Rücken, Knie und Becken vom Chef-Orthopäden und Klinikgründer erstellt. Von außen konnte man nicht feststellen, warum er die Knie beim Passgang so sehr eindreht, dass die Krallen unterschiedlich abgelaufen sind. Teils bis zum Leben, teils gar nicht abgelaufen. Der Haustierarzt konnte nur sagen, dass Tamme schmerzhafte Verspannungen am Rücken bis zum Brustmuskel hat, daher die Empfehlung, dies in der Klinik abklären zu lassen.

Selbst ich als Laie konnte auf dem MRT die Verengung des Nervenkanals erkennen und die beiden Bandscheiben am 6. und 7. LW, die sich leicht nach oben in den Nervenkanal schieben. Der Orthopäde, der Haustierarzt und die Tierphysiopathin meinten, dass dies Veranlagung sei.
Tamme hat eine Schulterhöhe von 62 cm und ist 60 cm lang mit 28,5 kg und bald 3 Jahren.

Ob der Passgang mit Knieeindrehen vom CES herrührt oder von den Verspannungen, kann ich nicht sagen. Es hat wohl unterschiedliche Baustellen durch die Schonung der Hinterbeine und Überbelastung der Vorderbeine. Außerdem ist er recht wackelig beim Pieseln auf drei Beinen.

Die Diagnose ist wirklich sehr früh und die Frage ist, ob dies großes Pech oder großes Glück ist. Jetzt kann ich ihn schonen und die richtigen Muskeln trainieren, so dass er hoffentlich im Alter fit ist. Oft kommt die Diagnose erst im Alter und dann ist es schon zu spät, da der Nerv nachhaltig beschädigt ist.

Ich glaube, dass Tamme momentan Schmerzen hat, auch wenn er weder humpelt noch lahmt. Er hält beim Gassigehen nicht lange durch und ist deutlich ruhiger unterwegs. Mit Schmerzmitteln ist er merklich lebhafter. Aber kann man langfristig Schmerzmittel geben und wenn ja, welche? Er ist Allergiker und hier ist die Auswahl begrenzt.

Das Problem ist, dass es keine Erfahrungsberichte mit einem jungen Hund mit CES gibt. Kann der Hund durch Physio dauerhaft schmerzfrei leben oder ist eine frühe OP wichtig, so lange der Nerv noch nicht geschädigt ist und sich der Hund schnell regenerieren kann.
Aber die OP ist schon happig - der Muskel wird durchtrennt und am Rückenwirbel wird Knochenmasse abgetragen, damit der Nerv wieder Platz hat. Macht man das, wenn der Leidensdruck noch nicht hoch ist?

Das Training auf dem Unterwasserlaufband gefällt ihm und ich warte erstmal ein paar Monate ab, wie dies anschlägt.

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sabem
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Re: Cauda-Equina-Syndrom (CES)

Beitrag von sabem » Do 20. Aug 2020, 16:47

Monti hat geschrieben:
Do 20. Aug 2020, 15:27
Macht man das, wenn der Leidensdruck noch nicht hoch ist?
Hallo Simone,
das ist bestimmt die schwierigste Frage von allen. Was sagt Dein Klinikorthopäde dazu, bezüglich Prognose mit und ohne OP? Und irgendwo muss es doch Kollegen geben, die auch Erfahrungen mit so jungen CES-Patienten haben. Ich weiß nicht, in welcher Gegend Du wohnst, aber ich würde mich z.B. bei Unikliniken (Gießen, München, Hannover) informieren, über alle Möglichkeiten und Aussichten mit und ohne OP. Die sind in Forschung sowieso und aber auch in Praxis ja oft weiter bei so schwierigen Fällen als die normalen Tierkliniken.
Wachsender Leidensdruck würde mehr Schmerzen und beginnende neurologische Ausfälle wie Lähmungen bedeuten, mit Glück weiter in den Griff zu kriegen mit Medikamenten und Physiotherapie. Aber wohl auch verbunden mit Tammes zunehmendem und für die Rehabilitation nach einer vielleicht doch nötigen OP schwieriger werdendem Alter.
Ich drück Dir und Tamme für alles die Daumen, umfassende Aufklärung, die richtige Entscheidung und erstmal weiterhin ein möglichst lange schmerzfreies Hundeleben.
Sabine mit Emma *3.2.2012
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Lena
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Re: Cauda-Equina-Syndrom (CES)

Beitrag von Lena » Do 20. Aug 2020, 19:46

Hallo Simone,
Monti hat geschrieben:
Do 20. Aug 2020, 15:27
Aber die OP ist schon happig - der Muskel wird durchtrennt und am Rückenwirbel wird Knochenmasse abgetragen, damit der Nerv wieder Platz hat. Macht man das, wenn der Leidensdruck noch nicht hoch ist?
was raten dir die Ärzte denn?
Monti hat geschrieben:
Do 20. Aug 2020, 15:27
Außerdem ist er recht wackelig beim Pieseln auf drei Beinen.
Das ist schon kein gutes Zeichen.

Ist die Tierklinik auf Rückenoperationen spezialisiert? Ich würde gerade bei Knochen/Rücken OPs immer an die Tierklinik Hofheim denken. Da hört man nur Gutes und ich weiß, daß die HH teilweise von sehr weit her anreisen.

Hoffentlich schlägt die Therapie auf dem Unterwasserlaufband gut an, aber eine Heilung wird sie wohl nicht bringen.

Hast du eigentlich den Züchter informiert?

LG Lena

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Ulan
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Re: Cauda-Equina-Syndrom (CES)

Beitrag von Ulan » Fr 21. Aug 2020, 11:03

Hallo Simone

je nach dem wo Du wohnst kannst du auch die Universitätsklinik, Abteilung Gesellschaftsdieren, in Ütrecht in Erwägung ziehen.

Edgar
Ein Leben ohne Hund ist ruhiger,sauberer,
und viel langweiliger

Monti
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Re: Cauda-Equina-Syndrom (CES)

Beitrag von Monti » Mo 24. Aug 2020, 16:56

Das sind ja viele Tipps ! Danke!!! Werde ich beherzigen.

Die Dorn-Therapie werde ich ausprobieren und schauen, ob es noch ein anderes Problem im Rücken mit den Wirbeln gibt.

Liebe Grüße

Simone

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Re: Cauda-Equina-Syndrom (CES)

Beitrag von Monti » Mi 2. Sep 2020, 16:44

Elli2018 hat geschrieben:
Di 18. Aug 2020, 21:16
Hallo Monti,
mein Paco war da. 6 Jahre alt, als bei ihm der Verdacht auf CES diagnostiziert wurde. Da er keine Ausfallerscheinungen, sondern "nur" ab und zu ein ganz leichtes Lahmen zeigte, haben wir ihn nicht weiter eingeschränkt. Mit dem Turnierhundesport haben wir sofort aufgehört, dafür intensiver Fährten trainiert, auch beim ZOS war er begeistert dabei. Wir waren auch noch Joggen und spielen durfte er auch noch mit anderen Hunden. Außerdem hat er Gelenk unterstützende Nahrungsergänzungsmittel bekommen.
LG Elli mit Elsa
Hallo Elli,

danke für deine Erfahrung. Das hört sich doch gut an ;-)
Was kannst du als Nahrungsergänzung empfehlen?
Wie alt ist Paco geworden und hatte er irgendwann eine Verschlechterung? Ist er ohne OP ausgekommen und war schmerzfrei?

LG Simone

Elli2018
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Re: Cauda-Equina-Syndrom (CES)

Beitrag von Elli2018 » Do 3. Sep 2020, 22:13

Hallo Simone,
die Tierärztin hatte mir damals für die Nerven Vitamin B Komplex empfohlen, das habe ich auch regelmäßig gegeben, ein Präparat aus der Drogerie. Außerdem gab es kurweise Caniviton Forte oder Cani Gel. Über die Nahrungsergänzungsmittel kann man sicher streiten, aber das Vitamin B stärkt auf jeden Fall die Nerven.
Paco ist 13,5 Jahre alt geworden :angel: .

Liebe Grüße Elli mit Elsa

Monti
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Re: Cauda-Equina-Syndrom (CES)

Beitrag von Monti » Fr 4. Sep 2020, 14:57

Elli2018 hat geschrieben:
Do 3. Sep 2020, 22:13
Hallo Simone,
die Tierärztin hatte mir damals für die Nerven Vitamin B Komplex empfohlen, das habe ich auch regelmäßig gegeben, ein Präparat aus der Drogerie. Außerdem gab es kurweise Caniviton Forte oder Cani Gel. Über die Nahrungsergänzungsmittel kann man sicher streiten, aber das Vitamin B stärkt auf jeden Fall die Nerven.
Paco ist 13,5 Jahre alt geworden :angel: .

Liebe Grüße Elli mit Elsa
Hallo Elli,

DANKE! Genau so eine Info hatte ich erhofft ;-) !!! 13,5 Jahre - das ist ein stolzes Alter ;-)

Ich habe nun eine Zweitmeinung von einem weiteren Spezialisten in einer anderen Tierklinik. Da Tamme keine wesentlichen Symptome (z.B. Lähmung) zeigt, ist zum jetzigen Zeitpunkt auf keinen Fall eine OP angesagt. Eine OP sollte eine Verbesserung des aktuellen Zustandes bewirken und dies ist momentan nicht der Fall. Er lahmt nicht, die Rute steht hoch und schwingt mit.
Langfristig ist die aktuelle Therapie mit Physio mit Unterwasserlaufband zum Muskelaufbau, Schwimmen, Vermeidung von Sprüngen etc. genau richtig -> also Bestätigung der Erstdiagnose.
Er ist aber deutlich druckempfindlich am Rücken. Ich hoffe, dass wir ihn beschwerdefrei bekommen, so dass er den Schongang (schief abgelaufene Krallen, eingedrehte Knie im Passgang) reduziert, da dies bereits zu leichtem Verschleiss geführt hat (leichte Arthrose). Er hat von Heck- auf Frontantrieb umgestellt ;-) und eine Überbelastung vorne.

Vit B hat er bereits gespritzt bekommen. Die von dir genannten Kuren probiere ich aus. Mit Nahrungsergänzung muss ich vorsichtig sein, da er Allergiker ist.

Da es so früh erkannt wurde, kann hoffentlich eine OP vermieden werden.

LG Simone

Lena
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Re: Cauda-Equina-Syndrom (CES)

Beitrag von Lena » Fr 4. Sep 2020, 16:17

Hallo Simone,

du machst das schon alles richtig. Du informierst dich im Vorfeld, falls der Tag X eintreten sollte und es Monti schlechter gehen sollte, sodaß er evtl. eine OP braucht. Dann weißt du welches die richtige Maßnahme sein wird.
Solange es Monti gutgeht, würde ich bei Physio und Unterwasserlaufband bleiben. Muskelaufbau ist immer gut und wichtig.

LG Lena

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