die geplanten Änderungen der IPOfür 2017

Unterordnung, Fährte, Schutzdienst
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Regine
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Re: die geplanten Änderungen der IPOfür 2017

Beitrag von Regine » Sa 28. Mär 2015, 23:38

Hi ihr,
Anja, ich denke du kennst deinen Struppi am besten. Wenn du den Eindruck hast, er gewöhnt sich an den Knall beim Schuß , mach weiter, hast du den Eindruck es verbessert sich nicht brich ab. Es ist wirklich wirklich schade wenn ihr zwei deshalb nicht die IPO1 machen könnt, zumal ihr viel Zeit und Energie investiert habt.
Nun steht am BSP von Struppi und 80 anderen mit ähnlichen "Problemen" die Frage.... ist ein Hund mit " erworbener " Schussscheue zuchttauglich oder nicht?
Hmm ......wäre mir das als Züchter bekannt, würde ich ihn nicht einsetzen , weil er einfach zeigt , er ist nicht souverän in diesem Bereich .Er kann der tollste Hund sein, super Griffe setzen , sich durchsetzen und eine spitzen UO leisten ... er kann Ausstellungschampion sein etc ..
Warum ... weil es sich einfach rächt.
Ich will nicht Struppi als Bsp nehmen , da waren unglückliche Umstände am Werk, aber ich erwarte von einem Zuchthund, dass er sich gegenüber Knallgeräuschen souverän verhält, dass er sich, wenn er sich erschreckt davon erholt .Für mich liegt die Stärke nicht nur darin, dass er nicht reagiert sondern , wenn er reagiert , dass er sich davon erholt und beherzt damit umgehen kann.
Klar ist die Enttäuschung groß noch größer nach der Arbeit die bis zur Ausbildung zur IPO1 investiert wird und wer den Sport betreibt weiß wieviel Stunden darin stecken,
Aber Hunde sind auch nur Menschen :dog_biggrin und das Leben eben kein Ponyhof

LG Regine
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Re: die geplanten Änderungen der IPOfür 2017

Beitrag von Hundemutti » Mo 30. Mär 2015, 08:56

Hi Regine,

die Sache mit der Schussfestigkeit kann ich einfach noch nicht nachvollziehen und wirft mir immer wieder Fragen auf... Die anderen Kriterien, die nötig sind, um entsprechende Prüfungen zu bestehen, sehr wohl. Ein Hund ist doch um ein vielfaches geräuschempfindlicher als der Mensch, erst recht, wenn es um derartige Geräusche und deren Lautstärke geht, wie ein Schuss. Sind "schussfeste" Hunde dann entsprechend unempfindlicher von ihrem Geräuschempfinden her oder einfach nur schlechter hörend als andere, oder beides? Ist die Lautstärke eines Schusses generell nicht schmerzlich für ein Tier, welches so geräuschempfindlich bzw. so gut hörend ist?
Liebe Grüße
R & R ...Romana & Rudel

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Re: die geplanten Änderungen der IPOfür 2017

Beitrag von Bettina » Mo 30. Mär 2015, 12:46

Hallo Romana,

es geht bei der Schussfestigkeitsüberprüfung nicht um das hören, sondern um das akzeptieren dieses bestimmten Geräusches.

Natürlich ist das Hörempfinden eines Tieres um ein deutliches erhöht zum Hören des Menschen, das heisst dann aber eben nicht, daß ein Hund ein extrem starkes Lautsignal nicht auch aushalten können muß.

Und soweit ich über die Prüfungsmodalitäten unterrichtet bin, darf ein Hund zwar auf den Schuß reagieren (z.B. zusammen zucken), nur muß er sich in einem akzeptablen (zeitlichen) Rahmen auch wieder beruhigen können, besser noch, er reagiert vollkommen gelassen und souverän.

Es geht auch nicht um die Geräuschempfindlichkeit, sondern um die Angst, die ein Hund dann halt zeigen kann. Angst, die ihn ausweichen, oder ihn sogar panisch werden lässt.

Nur, auch hier hat man ja bereits die Regeln angepasst und die Überprüfung mittels Schuß in einigen Bereichen in eine Überprüfung durch eine Klatsche abgemildert.

Liebe Grüße
Bettina
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Re: die geplanten Änderungen der IPOfür 2017

Beitrag von Hundemutti » Mo 30. Mär 2015, 13:06

Danke Bettina für Deine ausführliche Erklärung! Jetzt habe ich es kapiert! :dog_biggrin Da bin ich ja in eine völlig falsche Richtung gegangen... :dog_blush
Liebe Grüße
R & R ...Romana & Rudel

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Re: die geplanten Änderungen der IPOfür 2017

Beitrag von Regine » Mo 30. Mär 2015, 19:41

Hi Romana,
Hunde , die auf Knallgeräusche empfindlich reagieren sind nicht umweltsicher . Da reicht manchmal schon ein Türknallen aus um sie panisch werden zu lassen .
Klar hören Hunde um ein vielfaches besser als wir , aber sie müssen trotzdem mit lauten Geräuschen gelassen umgehen können .
Das ist ein wichtiges Zuchtziel , deshalb sollen auch Hunde, die hier ein Problem haben nicht in die Zucht , da die Schußscheue hoch erblich ist.
Auf der ZZP wird teilweise mit Klatsche gearbeitet , teilweise mit Schuß je nachdem wo man sie macht.
LG Regine
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Re: die geplanten Änderungen der IPOfür 2017

Beitrag von lutz » Di 31. Mär 2015, 11:16

Hallo AT-Freunde,

Ich bin mir da sehr sicher dass man das Geräusch eines Schusses mit dem explosionsartigem Knall nicht mit anderen Geräuschen, und seien sie noch so laut, vergleichen kann, da hier ganz andere Frequenzen und Schallwellen erreicht werden als mit einer Klatsche wo zwei Holzbrtter zusammengeschlagen werden.
Das ist mir auch von Jägern bestätigt worden.
Vergleichbar mit einem Schuss sind hier eher die Sylvesterböller als zufallende Türen und sonst wohl auch kein anderer lauter Lärm, selbst startende Flugzeuge am Flughafen oder der mordsmäßige Krach hier wenn wir unter einer achtspurigen Eisenbahnbrücke die aus Stahlträgern besteht die nur mit Blechplatten nach oben zu den noch schnellen Zügen ca. 3km vor der Einfahrt in unseren Hauptbahnhof abgedeckt ist, lassen Greta vollkommen unbeeindruckt während ich jedesmal zusammenzucke wenn wir uns unter der Brücke befinden und es plötzlich und ohne weitere Vorankündigung, anfängt gewaltig zu donnern weil über uns ein Zug, oder auch gleichzeitig mehrere, über die Brücke fahren.
Das haben wir hier täglich, ist aber für Greta kein Gewöhnungseffekt an den Krach, sondern es hat sie von Anfang an überhaupt nicht beeindruckt.
Eine erblich bedingte Schussscheue, die eben nicht durch eine Traumatisierung hervorgerufen wurde, zieht dagegen meist auch immer eine allgemeine Überempfindlichkeit gegen plötzliche Geräusche und allgemein nervöses Verhalten mit sich.

Ein Hund kann zwar 16 mal so gut hören wie ein Mensch und soll damit laut Polizeiliteratur sogar den Herzschlag eines Menschen hören können der sich im Gebüsch versteckt hat,(hören nicht nur riechen!), aber das heißt auch dass er dieses ohne weiteres verträgt weil sein Gehör entsprechend konzipiert ist, und nicht dass ein lautes Geräusch ihm 16 mal unangenehmer ist und ihn entsprechend mehr belastet als uns.

Außerdem haben Hunde auch noch die Gabe dass sie selektiv hören können das heißt dass sie z.B. ohne weiteres vor dem lauten Fernseher liegen können und ein Schläfchen halten können, wenn sie aber die Tüte auch nur leise knistern hören in dem ihre Leckerlis sind, sind sie sofort da und hellwach.

Viele Grüße von lutz mit Greta
Zuletzt geändert von lutz am Di 31. Mär 2015, 12:03, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: die geplanten Änderungen der IPOfür 2017

Beitrag von Anja1402 » Di 31. Mär 2015, 12:01

Ich finde, gerade was Schussgeräusche angeht, wird unseren Hunden da aber einiges abverlangt. ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber ich erschrecke mich auch jedesmal, wenn irgendwo ein Schuss(-ähnliches Geräusch) ertönt, auf das ich nicht vorbereitet bin . Hier in Leipzig werden öfters einfach mal so Böller gezündet, das ganze Jahr über, keine Ahnung warum, da zucke ich auch ab und an zusammen. Dass sich Hunde mit ihrem besseren Gehör da erschrecken, ist ja irgendwie logisch. aber natürlich sollten sie sich dann wieder einkriegen und nicht stundenlang Panik schieben.
lutz hat geschrieben: Ein Hund kann zwar 16 mal so gut hören wie ein Mensch aber das heißt auch dass er dieses ohne weiteres verträgt weil sein Gehör entsprechend konzipiert ist, und nicht dass ein lautes Geräusch ihm 16 mal unangenehmer ist als uns.
Ich habe mal irgendwo gelesen, dass Hunde eine Art "Schallschutztür" in ihren Ohren haben, sodass sie laute Geräusche auch über einen längeren Zeitraum ausblenden können. Was auch erklären würde, warum Struppi tief und fest neben dem Subwoofer schnarcht, während mein Mann seine Autorenn-Spiele auf der Playstation zockt oder eine Action-Szene in einem Film besonders laut aufdreht. Ich denke auch, dass "echte" Schießgeräusche noch ganz andere Schwingungen mitsenden, die wir gar nicht wahrnehmen, der Hund aber sehr wohl, und vielleicht spielen die Gerüche da auch noch eine Rolle. Mein Hund hat jedenfalls eine erworbene Schussangst, die wir nun, so gut es geht, bekämpfen werden mit Üben, Üben, Üben, aber ohne CDs, die bringen nix. Was ich nicht verstehe: einerseits reagiert er in manchen Situationen absolut souverän - ähnlich wie das, was Lutz von Gerta schreibt, also Struppi machen weder durchratternde Züge in einer Bahnunterführung noch laut zischende LKW noch Straßenbahnen, die direkt vor unserer Nase entlangfahren, etwas aus. Laute, knallende Geräusche hingegen - nicht mal unbedingt Schüsse, sondern auch andere, ähnlich klingende Dinge, zB aufeinanderklatschende Holzbretter - lassen ihn gleich aufschrecken. Gestern habe ich angefangen, mit einer Holzklatsche (vom Hundeplatz) zu üben. Erst geriet er wieder in Panik, als er das DIng sah, aber dann habe ich mich zu ihm auf den Boden gesetzt, die Klatsche aufgeklappt vor ihn hingelegt und ihm gezeigt, er hat erst vorsichtig, dann immer mutiger daran geschnüffelt und fand sie dann langweilig. Dann habe ich die Holzbretter ganz leicht zusammengeklappt, damit es nur ein leises Klatschen gibt, und zwischendruch immer Leckerli in den Hund gestopft. Heute habe ich schon etwas lauter damit geklappert, er saß davor, hat geguckt und auf seine Leckerli gewartet. Vielleicht hat er in erster Linie Angst bei Geräuschen, die er nicht zuordnen kann? Die Holzklatsche jedenfalls fand er nach ausgiebigem Beschnüffeln unspekatukulär. Die nächste Stufe werden dann immer lauteres Klappen mit der Holzklatsche und aufgeblasene, mit Leckerli gefüllte Papiertüten (danke Kirsten für den Tipp :dog_biggrin ) sein. Ich glaube nicht, dass ich ihn jemals (wieder) so weit bringen kann, dass er auf dem Platz in der Ablage ruhig und gelassen liegenbleibt, während eine Schreckshusspistole abgefeuert wird, ich wäre schon froh, wenn ich ihm die Angst soweit nehmen kann, dass er nicht bei jedem lauteren Alltagsgeräusch zusammenzuckt bzw. sich wenigstens schnell wieder beruhigt, statt sich hineinzusteigern.
Nach manchen Gesprächen mit Menschen hat man den Wunsch, einen Hund zu streicheln, einem Affen zuzulächeln und vor einem Elefanten den Hut zu ziehen!
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