Der Airedale und die Verträglichkeit mit Artgenossen

alle Fragen zur Hundeerziehung, Körpersprache, Kommunikation
Benutzeravatar
Lena
Benutzer
Beiträge: 1134
Registriert: Sa 16. Apr 2011, 12:43
Wohnort: NRW

Der Airedale und die Verträglichkeit mit Artgenossen

Beitrag von Lena » So 30. Sep 2018, 19:23

Hallo Ihr,

ich möchte die Verträglichkeit der Airedaleterrier mit anderen Hunden mal ansprechen.
Ich habe noch nie verträglichere Hunde gehabt als meine Terrier. Meine Rüden waren alle intakt, nur Käthe ist schon kastriert zu mir gekommen.
Alle meine Hunde haben sich mit Artgenossen gut verstanden, egal ob diese kastriert waren oder nicht, egal ob Rüde oder Hündin. Überhaupt finde ich, daß der AT eine ziemlich lange Zündschnur hat. Wenn ich bedenke, wie oft wir keifende Kleinteile pöbelnd vor uns stehen hatten und meine Hunde ruhig blieben.
Jeder ander Hund, vor allen Dingen unsere früheren Schäferhunde, wären da lange nicht so geduldig geblieben.

Sicher hängt es auch mit der Erziehung zusammen, ich kenne auch ein paar andere Exemplare unserer Rasse, die recht übergriffig waren. Aber, das war meistens so von den Hundehaltern gewollt, die Hunde wurden dementsprechend geführt und dieses angriffslustige Verhalten wurde gefördert.

Ich bin mit meinen vorherigen Rüden oft in größeren Hunde-Menschengruppen mitgelaufen, wir hatten nie Probleme mit Beissereien. Auch Käthe hat viel Freude wenn wir mit mehreren Hunden laufen.
Überhaupt habe ich das Gefühl, daß Airedales sehr kontaktfreudig sind und es regelrecht geniessen, mit ihren Artgenossen zusammen zu sein.

Wie ist eure Erfahrung in dieser Hinsicht?

LG Lena

Anja1402
Benutzer
Beiträge: 1794
Registriert: Mi 11. Jan 2012, 12:07

Re: Der Airedale und die Verträglichkeit mit Artgenossen

Beitrag von Anja1402 » So 30. Sep 2018, 21:03

Hallo Lena,

was die Gelassenheit gegenüber kläffenden Wadenbeißern angeht, gebe ich dir recht - die interessieren Struppi gar nicht, ernimmt sie gar nicht ernst.
Bei gleich großen (oder größeren) Rüden sieht es allerdings ganz anders aus, da ist mein lieber Junge auf Krawall gebürstet. Überhaupt ist er sehr dominant, er fixiert andere Hunde oft beim Entgegenkommen und provoziert sie so zum Pöbeln, um dann natürlich selbst Kontra zu geben. Und nein, dieses Verhalten ist absolut nicht von mit gewollt und gefördert, ganz im Gegenteil! Ich gebe aber gerne zu, dass es ein Erziehungsfehler ist, den ich begangen habe und nicht mehr so richtig rauskriege. Bei den meisten anderen Rüden kriege ich es mittlerweile hin, ihn im "Fuß" (er schaut mir ins Gesicht) dran vorbeizugehen. aber es gibt hier im Ort ein paar andere Rüden, die ebenfalls sehr "griffig" sind und an denen wir nur mit lautem Getöse auf beiden Seiten vorbeikommen. das ärgert mich jedes Mal, aber manchmal klappt es auch da, dass wir "Fuß" vorbeigehen. Es gibt auch durchaus andere gleichgroße Rüden, mit denen er sich gut versteht, das sind dann aber welche, die ihn als "Chef" anerkennen :crazy: Eine Beißerei hatten wir noch nie, ganz einfach weil ich ihn an die Leine nehme und/oder ihn aus der Situation heraus nehme, wenn ich merke, dass es brenzlig ist oder werden könnte.
Witzigerweise haben wir beim Sport - wir machen ja Obedience - diesbezüglich noch nie Probleme gehabt; da sind zwar auch einige größere Rüden unterwegs, aber auf dem Hundeplatz sind alle immer auf ihren jeweiligen Hundeführer fixiert und friedlich, hier hatte ich noch nie eine Pöbel-Situation.
Lena hat geschrieben: Überhaupt habe ich das Gefühl, daß Airedales sehr kontaktfreudig sind und es regelrecht geniessen, mit ihren Artgenossen zusammen zu sein.

Wie ist eure Erfahrung in dieser Hinsicht?
Also Struppi hat zwar gerne Kontakt zu Artgenossen (wie gesagt - solange es keine großen, dominanten Rüden sind happy_02 ), und er spielt auch gerne mit ihnen, wenn wir beim Spazierengehen anderen Hunden aus dem Ort begegnen, aber nach einer Weile kommt er dann doch lieber wieder zu mir und will meine Aufmerksamkeit. das hat sich aber erst mit zunehmendem Alter so ergeben. als er jünger war, hatte ich teilweise echte Probleme, ihn aus dem Spiel mit einer Hündin, der wir oft begegneten, abzurufen. mittlerweile ist das überhaupt kein Problem mehr, er spielt kurz mit den anderen, kommt dann aber sofort hinterher, wenn ich weiter gehe.
Was mir aufgefallen ist: er findet Welpen und junge Hunde als Spielgefährten wesentlich interessanter als erwachsene Hunde :think: und er lässt sich auch von jungen Hunden, auch Rüden - den typischen Teenager-Rüpeln - auch sehr viel gefallen im Spiel und macht nur eine kurze Ansage, wenn es ihm zuviel wird. er akzeptiert es auch, wenn ein anderer Hund keinen Kontakt haben möchte, und lässt ihn dann in Ruhe. so gesehen ist er also schon verträglich mit Artgenossen, außer potenziellen Konkurrenten. aber damit kann ich leben, ich muss ja auch nicht unbedingt mit allen Menschen gut klarkommen happy_02
Nach manchen Gesprächen mit Menschen hat man den Wunsch, einen Hund zu streicheln, einem Affen zuzulächeln und vor einem Elefanten den Hut zu ziehen!
Maxim Gorki

Benutzeravatar
Lena
Benutzer
Beiträge: 1134
Registriert: Sa 16. Apr 2011, 12:43
Wohnort: NRW

Re: Der Airedale und die Verträglichkeit mit Artgenossen

Beitrag von Lena » Mo 1. Okt 2018, 10:58

Hallo Anja,
Anja1402 hat geschrieben:Bei gleich großen (oder größeren) Rüden sieht es allerdings ganz anders aus, da ist mein lieber Junge auf Krawall gebürstet.
hast du denn schonmal ausprobiert, wie es ohne Leine aussieht? Vielleicht ist er ja nur ein Leinenpöbler und würde sich ohne Leine arrangieren, war zumindestens bei meinen Rüden so.
Lena hat geschrieben: er findet Welpen und junge Hunde als Spielgefährten wesentlich interessanter
Das war bei meinen Rüden auch so; Welpen und aufgedrehte Junghunde fanden sie richtig gut und hatten endlose Geduld mit ihnen.
Das ist bei Käthe ganz anders; sie findet Welpen zum weglaufen. :dog_laugh Meiner Ansicht nach, sind die Rüden bei den Welpen viel toleranter als die Hündinnen.

LG Lena

Anja1402
Benutzer
Beiträge: 1794
Registriert: Mi 11. Jan 2012, 12:07

Re: Der Airedale und die Verträglichkeit mit Artgenossen

Beitrag von Anja1402 » Mo 1. Okt 2018, 12:02

Lena hat geschrieben:Hallo Anja,
Anja1402 hat geschrieben:Bei gleich großen (oder größeren) Rüden sieht es allerdings ganz anders aus, da ist mein lieber Junge auf Krawall gebürstet.
hast du denn schonmal ausprobiert, wie es ohne Leine aussieht? Vielleicht ist er ja nur ein Leinenpöbler und würde sich ohne Leine arrangieren, war zumindestens bei meinen Rüden so.
Hallo Lena,

nein, das habe ich noch nicht probiert und will ich ehrlich gesagt auch auf keinen Fall. ich bin mir sehr sicher, dass er ohne Leine genauso reagieren würde wie mit Leine. Er würde von dem anderen verlangen, dass der sich ihm unterordnet, und wenn der das nicht macht (was ich bei seinen erklärten Feinden für sehr wahrscheinlich halte, weil das halt auch so dominante Machos sind wie Struppi), gäbe es eine Rauferei, und darauf habe ich einfach keine Lust. Wie gesagt, diese "feindseligen Gefühle" beschränken sich auf ca. 3 Rüden hier im Dorf, damit kann ich leben :dog_wink
Nach manchen Gesprächen mit Menschen hat man den Wunsch, einen Hund zu streicheln, einem Affen zuzulächeln und vor einem Elefanten den Hut zu ziehen!
Maxim Gorki

Benutzeravatar
ChristaS
Benutzer
Beiträge: 960
Registriert: Mo 25. Jan 2010, 18:26
Wohnort: Lüneburg

Re: Der Airedale und die Verträglichkeit mit Artgenossen

Beitrag von ChristaS » Mo 1. Okt 2018, 12:14

Hallo Lena,

bei meinen ist es ganz unterschiedlich. Wenn wir in der Feldmark oder im Wald einem pöbelnden Hund begegnen, pöbeln meine zurück. Pöbelt keiner, ist aber vielleicht trotzdem aggro, gehen meine drei ganz gesittet vorbei. Wenn wir in der Stadt, auch in der Großstadt, unterwegs sind, lassen sich alle anpöbeln ohne den Pöbler auch nur eines Blickes zu würdigen. Allerdings habe ich festgestellt, dass Holly seit Scarlett da ist eine geringere Reizschwelle hat, als vorher. Sie hat sich von Anfang an als Ziehmama und Beschützerin für die Kleine gefühlt.
Man muss allerdings berücksichtigen, dass mein Airedales auch ein gewisses Rudelverhalten an den Tag legen: Wird einer angemacht, hat er immer mehrere Gegner. Das war schon früher so. Vor einigen Jahren, als Laima noch klein war, hat sich ein aggressiver Riesenschnauzerrüde aus der Nachbarschaft auf sie gestürzt. Der wurde dann von Butzi und Olympia derart attackiert und getackert, der hat sich nie wieder in unsere Nähe getraut.
Was ich gar nicht leiden kann ist der Spruch "Das machen die schon unter sich aus!" Ich hab nämlich gar keine Lust auf Tierarztbesuche oder die Kostenübernahme der selben für sorglose Hundebesitzer.
Alles in Allem finden meine Hunde aber Artgenossen erstmal toll! Nur: einmal Feind, immer Feind!

Liebe Grüße,
Christa mit Laima, Holly und Scarlett
... mit Butzi und Olympia im Herzen.

Benutzeravatar
Lena
Benutzer
Beiträge: 1134
Registriert: Sa 16. Apr 2011, 12:43
Wohnort: NRW

Re: Der Airedale und die Verträglichkeit mit Artgenossen

Beitrag von Lena » Mo 1. Okt 2018, 12:23

Hallo Christa,
ChristaS hat geschrieben:Was ich gar nicht leiden kann ist der Spruch "Das machen die schon unter sich aus!"
Das mag ich auch überhaupt nicht leiden! Was ich auch schlimm finde; seinen unangeleinten Hund in z.B. meinen angeleinten Hund brettern zu lassen. Solche Hunde blocke ich sofort, ganz einfach, weil ich keine Lust habe, umgeworfen zu werden, egal ob von meinem oder dem heranrauschenden Hund.

LG Lena

Benno
Benutzer
Beiträge: 134
Registriert: Mo 22. Feb 2010, 23:14
Wohnort: Berliner Umland

Re: Der Airedale und die Verträglichkeit mit Artgenossen

Beitrag von Benno » Mo 1. Okt 2018, 12:30

Hallo zusammen,

mein Benno hatte (und hat) eine endlose Geduld mit seinem Zieh-Kind Jaron und mag generell auch Welpen.

Jaron hingegen kann Welpen und junge Hunde nicht ausstehen.
Er mag es nicht, wenn die um ihn rumhopsen oder ihm vielleicht sogar noch fröhlich ins Gesicht springen. Er beißt zwar nicht, knurrt aber laut, anhaltend und unmissverständlich.
Ich lege ihn deshalb immer etwas entfernt vom Geschehen ab, wenn wir unterwegs auf Jungspunde treffen, damit ihm diese nicht körperlich zu nahe kommen können.
Dass er nicht angesprungen werden möchte, verstehe und akzeptiere ich.

Er hingegen muss aushalten, dass ich die Welpen streichle und mich mit den Haltern unterhalte, wann immer ich das möchte und dass auch Benno frei mit den Welpen spielen darf.
Das fiel ihm zu Beginn sehr schwer. Jetzt ist es aber kein Problem mehr. Er bleibt ruhig liegen, knurrt nicht mehr und wartet ab, bis wir (endlich) weitergehen.

Benno ist anderen Hunden gegenüber generell sehr freundlich - von ihm geht nie eine Aggression gegenüber Artgenossen aus.
Wird allerdings der andere Hund ihm gegenüber zuerst aggressiv, hat er in Benno einen Feind.
Hier bei uns im Ort betrifft das 2 Rüden.
Von Feind Nr. 1 wurde Benno einmal kurz gemobbt, als er noch sehr jung war.Das hat er nie vergessen.
Feind Nr. 2 wollte vor ca. 2 Jahren bei einem Zusammentreffen auf dem Feld eine Beißerei anzetteln.
Selbstverständlich sind diese beiden "Tölen" :dog_biggrin auch Jarons erklärte und allergrößte Feinde, obwohl er mit ihnen nie schlechte Erfahrungen gemacht hat.
Soviel Familienzusammenhalt muss aber sein.

Die Halter der beiden anderen Rüden sind aber sehr vernünftig, so dass wir alle die Situation bisher gut im Griff haben.

Viele Grüße von Anke mit Benno, Jaron und Katze Blue
The next time you think you're perfect, try walking on water.

kpkjk
Benutzer
Beiträge: 46
Registriert: Mo 24. Sep 2018, 09:57

Re: Der Airedale und die Verträglichkeit mit Artgenossen

Beitrag von kpkjk » Mo 1. Okt 2018, 14:58

Hallo Airedalefreunde,
dass ist ja witzig, hatte Gestern genau das Thema mit unserer Patentante, die genau aus diesem Grund uns zu einer Hündin rät, da ihr Airedale damals Probleme mit anderen Rüden hatte.

Liebe Anja darf ich Fragen wo der Erziehungsfehler lag?
Anja1402 hat geschrieben:Ich gebe aber gerne zu, dass es ein Erziehungsfehler ist, den ich begangen habe und nicht mehr so richtig rauskriege
Vielleicht kann man selber diesen Fehler vermeiden.

Das eure Hunde sich gegenseitig unterstützen, ist doch positiv zu sehen oder? Ich würde das immer als gutes Rudel bezeichnen, wenn ich sowas höre. Ich kenne das von unseren Meeris (doofer Vergleich), aber passt. Wir haben vor einigen Jahre eine kleine Dame dazu geholt. Sie war in ihrer Gruppe die Kleinste und wurde gemieden. Kaum bei uns integriert, machte sich unser Chef zur Aufgabe die Kleine vor den Altdamen bei uns zu beschützen und zu integrieren. Er holte sie beim fressen immer an seine Seite und verteidigte sie sogar vor meine Eingriffe (wiegen , Check). Hörte auf, als die Kleine zugenommen hatte und in der Gruppe angekommen war.

Ich finde von Tieren könnten manche Menschen was lernen.

liebe Grüße Kerstin

Benutzeravatar
Lena
Benutzer
Beiträge: 1134
Registriert: Sa 16. Apr 2011, 12:43
Wohnort: NRW

Re: Der Airedale und die Verträglichkeit mit Artgenossen

Beitrag von Lena » Mo 1. Okt 2018, 15:53

Hallo Kerstin,
kpkjk hat geschrieben: Gestern genau das Thema mit unserer Patentante, die genau aus diesem Grund uns zu einer Hündin rät, da ihr Airedale damals Probleme mit anderen Rüden hatte.
Und was ist, wenn die Hündin sich nicht mit Hündinnen verträgt? Hündinnen sind viel brutaler, wenn sie sich in die Wolle kriegen, die fetzen sich bis zum Umfallen und man kann zwei unverträgliche Hündinnen nie mehr zusammenbringen.
Bei Rüden klappt das schon eher.

LG lena

kpkjk
Benutzer
Beiträge: 46
Registriert: Mo 24. Sep 2018, 09:57

Re: Der Airedale und die Verträglichkeit mit Artgenossen

Beitrag von kpkjk » Mo 1. Okt 2018, 16:51

Hallo Lena,
das war auch mein Argument, woraufhin sie dann mit Kastration kam. Dann hätte man das mit den Hündinen nicht mehr. Sie werden dann ja ruhiger...

Naja, Argumente gibt es aus jeder Richtung. Die Frage ist, ob die Argumente passen und gehaltvoll sind. Ich mag ungern die Hunde kastrieren, von daher ist es für mich schlag kein kräftiges Argument.

LG Kerstin

Antworten

Zurück zu „Erziehung & Verhalten“